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Welches Boot ist das Richtige?

Autor: Erdmann Braschos

Das Angebot gebrauchter Boote ist riesig, die Vielfalt der Fabrikate und Bootstypen kaum zu überblicken. Unterschiedlich sind auch die Baumaterialien: vom Sandwichbau über die üblichen glasfaserverstärkten Kunststoffe (GfK) bis hin zu Holz, Stahl oder Aluminium. All das gibt es außerdem in unterschiedlicher Machart und Qualität.

Welches Boot ist  das Richtige?
An einem Holzboot ist durchweg mehr zu machen als zunächst angenommen.© boat24.com

Holz, Stahl oder Gfk

Die Entscheidung für Kunststoff, Holz oder Metall hat weitreichende Konsequenzen für den Unterhalt. Ein lackiertes Holz-, Stahl- oder Aluminiumboot ist aufwendiger zu erhalten als eines aus Kunststoff (GfK ist die beste Wahl). Deshalb ist das pflegeintensive Boot günstiger, vor allem wenn länger nichts daran getan wurde. Ob die Vernachlässigung eher optischer und kosmetischer Natur ist oder bereits an die Substanz ging, kann nur ein Bootsbauer einschätzen. Oft sieht aber selbst der Fachmann das erst während der Sanierung. Dennoch muss das günstige, sanierungsbedürftige Boot keine schlechte Wahl sein, sofern man die handwerklichen Voraussetzungen dazu mitbringt und auch Zeit für die Arbeiten hat. Bedenken Sie die Zeit- und Kostenschere! Ein pflegeleichtes Kunststoffboot wird in der Anschaffung teurer sein als eines aus Holz oder Stahl, ist aber nachher einfacher zu unterhalten.

Ihre persönliche Situation

Die realistische Einschätzung der persönlichen Situation ist vor dem Bootskauf wichtig:

  • Wie steht die Lebensgefährtin zur Anschaffung?
  • Wird der anstehende Kauf bejaht oder zögernd geduldet?
  • Wie viel Aufmerksamkeit und Zeit lassen das Arbeits- und Privatleben zu?

Wer mit Job und Familie bereits ausgelastet ist, fährt mit dem kostspieligeren, dafür pflegeleichteren Boot besser als mit der zunächst günstigeren (Dauer-)Baustelle.

Wer handwerklich geschickt ist und Zeit hat, kann auch ein pflegeintensives Holzboot in Betracht ziehen. Er sollte nur wissen, dass der Pflegeaufwand auf Dauer bleibt. Gleiches gilt für ein Stahlboot. Auch dieses Material ist regelmäßig zu konservieren. Wer das nicht selbst machen kann oder möchte, wird die Arbeiten machen lassen – und bezahlen müssen.

Natürlich ist auch ein übliches GfK-Boot nicht wartungsfrei: Das verblichene Gelcoat eines Kunststoffbootes lässt sich jedoch einmal jährlich mit vertretbarem Aufwand so aufpolieren, dass es gut aussieht. Vielleicht ist eine Osmosebehandlung (Osmose: Ruhig bleiben) oder Prävention nötig.

Für die übliche Nutzung reicht ein GfK-Boot. Stahl- oder Aluminium sind interessant für den Langfahrtsegler, der Törns mit Expeditionscharakter in Reviere plant, wo Kollisionen mit Treibgut oder Eis zu erwarten sind. Für den üblichen Freizeitgebrauch ist ein anderer Gesichtspunkt wichtiger, nämlich der Nutzwert: Das Boot muss zur Balance von beruflicher Beanspruchung und schönen Stunden auf dem Wasser passen.

Der Kaufpreis ist nicht alles. Wichtig sind die Folgekosten, bestehend aus Arbeit und Ausgaben auf lange Sicht. Der clevere Bootskäufer erkennt das vorher. Lassen Sie sich nicht vom großen Angebot verwirren. Suchen Sie ein Boot aus, das zu Ihren Verhältnissen passt.

Das KIS-Prinzip

Achten Sie auf die Ausstattung: Wozu sollten Sie sich mit selten genutzten Extras und kompliziertem Zubehör belasten, das nur Sinn macht, wenn man es erstens bedienen kann und wenn es zweitens funktioniert? Erfahrene Nautiker setzen aus gutem Grund auf das KIS-Prinzip: Keep it simple. Was man nicht hat, muss man auch nicht reparieren.

Viele Boote sind völlig überausgerüstet. Viele Boote sind völlig überausgerüstet. © boat24.com

Grosses Boot zum kleinen Preis

Große Boote sind im Vergleich zu kleineren relativ günstig. Aber Vorsicht! Mit dem Kauf allein ist es nicht getan. Denn mit der Größe steigen die laufenden Kosten für Versicherung, Liegegebühr, Instandhaltung und Reparaturen. Auch wenn der interessante Preis ein großes Gebrauchtboot erschwinglich macht: Entscheiden Sie sich für eine Bootsgröße, deren Unterhaltskosten zu Ihren persönlichen Verhältnissen passen.

Bei allem beschafften oder vorhandenen Sachverstand ist und bleibt der Kauf eines Bootes eine emotionale Entscheidung. Es kann an die Substanz der Yacht gehen und sogar gefährlich werden, wenn laufende Arbeiten aus Kostengründen unterbleiben.

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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Ratgeber für den erfolgreichen Bootsverkauf

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Für den Verkauf des Bootes kann es verschiedene Gründe geben: Die persönlichen Verhältnisse passen nicht mehr zum Boot. Die Partnerin oder der Partner macht nicht (mehr) mit. Man ist älter geworden. Unter Umständen gibt es gesundheitliche Probleme. Vielleicht fehlen auch Geld und Zeit. Oder es gibt in Ihrem Leben neuerdings andere Schwerpunkte. Vielleicht hat einfach das Interesse am Boot nachgelassen.

Realistischer Preis­

Realistischer Preis­

Als Eigner des einst teuren und über die Jahre mit einigem persönlichen und finanziellen Einsatz erhaltenen Bootes haben Sie wahrscheinlich eine selbstbewusste Preisvorstellung. Es gibt angesehene, wertbeständige und entsprechend gefragte Bootsmarken, die ordentliche Preise erzielen.

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