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Haftung für etwaige Mängel

Autor: Erdmann Braschos

Auch wenn Sie einen guten Eindruck vom Boot und Verkäufer haben, bleibt natürlich immer das Risiko verborgener Mängel, eines unbemerkt
gebliebenen Wartungsstaus oder eines unentdeckten Schadens. Nun gehört das zum Kauf eines Gebrauchtboot, welches Sie ja entsprechend günstig erwerben, dazu. Planen Sie von vornherein ein Budget für solche Eventualitäten ein. Solche Überraschungen lassen sich nämlich nicht ausschliessen.

Haftung für etwaige Mängel
Die Beispiele zeigen: Die Gestaltung des Kaufvertrages kann weitreichende Folgen haben.© boat24.com

Es wird immer mal ein Zubehör geben, welches nach einer Weile den Dienst quittiert, gereinigt, repariert oder ersetzt werden muss. Ärgerlich wird es dann, wenn es sich um ein schlecht gewartetes oder notdürftig repariertes Teil handelt, das längst marode war und von dessen mangelhaftem Zustand der Verkäufer und auch Sie als Käufer hätten wissen müssen.

Haftungsausschluss

Als cleverer Käufer werden Sie versuchen, das Boot ohne expliziten Haftungsausschluss zu kaufen. Dann können Sie beim Erwerb von einem privaten Eigner, innerhalb von zwei Jahren ab Kauf des Bootes, gegenüber dem Verkäufer Mängel geltend machen.

Sollte sich der Verkäufer darauf pauschal nicht einlassen, können Sie eine Haftung für bestimmte, Ihnen beim Boot neuralgisch erscheinende Punkte (beim Motorboot beispielsweise die Maschine, beim Kunststoffboot das Thema Osmose) erwarten. Als Kompromiss kann eine gedeckelte Kostenbeteiligung bis zu einem bestimmten Betrag vereinbart werden. Oder es wird eben am Preis für das Boot «gefeilt».

Auch wenn der Haftungsausschluss wirksam, d.h. formal richtig zwischen dem Verkäufer und Ihnen als Käufer vereinbart wurde, gibt es von diesem Grundsatz Ausnahmen, zum Beispiel wenn der Verkäufer dem Käufer einen Mangel am Boot arglistig verschweigt. Dann haftet der Verkäufer, obwohl ein Gewährleistungsausschluss im Kaufvertrag vereinbart war. Diese «Arglistigkeit» muss der Käufer dem Verkäufer aber nachweisen. Anders ist es, wenn Sie ein gebrauchtes Boot vom Händler kaufen. Dann lässt sich nach deutschem Recht die Gewährleistung nicht ausschließen und lediglich von zwei Jahren auf ein Jahr verkürzen.

Die Beispiele zeigen: Die Gestaltung des Kaufvertrages kann weitreichende Folgen haben.

Im Grunde ist der Kauf eines Bootes als kostspieligem «Spielzeug» für die Freizeit eine emotionale, begeisternde Sache: Sie entscheiden sich für Abgeschiedenheit, Freiheit, Sehnsucht, vielleicht auch ein tolles, repräsentatives Objekt. Mit dem Kauf eines gebrauchten Bootes verwirklichen Sie einen lang gehegten Traum. Wenn Sie bei den entscheidenden Punkten einen kühlen Kopf bewahren, anhand der Erläuterungen in diesem Ratgeber und auch anhand der Checklisten überlegt, Schritt für Schritt vorgehen und bei Unsicherheiten einen Fachmann – sei es einen handwerklich erfahrenen Freund oder Bekannten, einen Gutachter oder erforderlichenfalls einen fachlich bewanderten Juristen – beiziehen, werden Sie viele schöne Stunden und Tage, Wochen oder vielleicht sogar Monate an Bord Ihres Bootes verbringen können.

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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