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BOOTSVERKAUF: 9. Worauf muss ich beim Verkauf achten?

Autor: Erdmann Braschos

Achten Sie auf eine ordentliche Abwicklung. Die Transaktion sollte Zug um Zug erfolgen. Vertrag, gegebenenfalls Anzahlung, komplette Zahlung, Übergabe mit Übergabe-Protokoll (ganz wichtig!), Übergabe der Papiere, Eigentumsübergang. In dieser Reihenfolge und nicht anders, schon gar nicht überstürzt – aus welchen Gründen auch immer!

BOOTSVERKAUF: 9. Worauf muss ich beim Verkauf achten?
Ziehen Sie mit einer eindeutigen Vertragsgestaltung und dem Übergabe-Protokoll einen klaren Strich.© boat24.com

Es geht um viel Geld. Eine geordnete Abwicklung erspart Ihnen möglicherweise eine Menge Ärger: Sie möchten Ihr Boot ja verkaufen und sich nicht später mit einem endlosen Nachspiel dazu befassen.

Ist einmal das Fass der strittigen Klärung eines misslungenen Verkaufs mit Einschalten eines Anwalts, dem Austausch vom Briefen, Mahnungen und Drohungen aufgemacht, werden Sie den Verkauf des Bootes an eine bestimmte Person bitter bereuen. Erfahrungsgemäß ist bereits der sich über Monate oder Jahre hinziehende Ärger die Sache nicht wert.

Auch deshalb sollten Sie sich den Käufer genau ansehen:

  • Möchte er einen Freizeitgegenstand, ein Boot kaufen und eine schöne Zeit an Bord mit seiner Familie und Freunden haben oder neigt er von seinem Naturell her dazu, Ärger und Schwierigkeiten zu machen?

Es gibt Käufer, die, salopp formuliert, auf Tricks und Schererei abonniert sind. Praktisch jeder Eigner eines gebraucht gekauften Bootes, schimpft über den Verkäufer, weil er angesichts eines technischen Problems an Bord unzufrieden ist.

Wie günstig das Boot gekauft wurde, wird dabei nicht erwähnt. Das ist anscheinend vergessen. Wenn sich eine Reparatur in die Länge zieht, weil das Ventil, die Pumpe oder der Tank schlecht zugänglich ist oder das Ersatzteil nicht rasch lieferbar ist, wird geschimpft. Der enttäuschte Käufer möchte «sein Mütchen kühlen». Manchmal werden dabei Belanglosigkeiten groß aufgekocht. Wehe, wenn Sie als Verkäufer dann keine klare vertragliche Regelung und das Übergabe-Protokoll gegen nachträgliche Forderungen schützt!

Veräußerung unter Ausschluß jeglicher Gewährleistung

Viele Käufer und Bootseigner übersehen, dass ein Boot ein kompliziertes, aus vielen Gewerken,
Technik und Zubehör bestehendes Gebilde ist, das leider bei Weitem nicht so perfekt ist wie dargestellt und angenommen. Viele Dinge leiden unter seltenem Gebrauch und unterlassener Wartung. Motoren stehen sich durch seltenen Gebrauch und kurze Betriebszeiten, in denen sie kaum richtig warm werden, regelrecht kaputt.

Pumpen und ähnliche Einbauten werden schlecht behandelt und durch missbräuchlichen Betrieb beschädigt. Der Käufer muss das Boot erst einmal kennenlernen. Das kann ein langer, steiniger Weg sein. Deshalb lassen Sie sich tunlichst nicht auf Gewährleistungen ein. Verkaufen Sie Ihr Boot wie besichtigt und Probe gefahren. Sie zeigen und erklären dem Interessenten das Boot. Er kann gerne jemand zur Begutachtung mitbringen. Ob und wie viel Sachverstand derjenige hat, ob er sich wichtigmachen will oder gekommen ist, um das Boot schlechtzureden, können Sie nicht beeinflussen. Schauen und hören Sie einfach zu und machen Sie sich ein Bild von Ihrem Gegenüber.

Zur Vermeidung späteren Ärgers ist es wichtig, ehrlich zu sein. Lassen Sie sich aber nicht auf einen Preisnachlass für spätere Nutzungsrechte oder ähnliche Deals ein. Solche Dinge sind im Nachhinein schwer durchzusetzen und für Sie als ehemaligen Eigner des Bootes auch nicht interessant. Ziehen Sie einen klaren Strich. Verkauft ist verkauft.

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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