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Ratgeber für den Bootsverkauf3 min Lesezeit

Wie präsentiere ich das Boot?

Gute Fotos, sachliche Infos und komplette Belege sind entscheidend

Wie präsentiere ich das Boot?
Präsentieren Sie Ihr Boot in Aktion, das weckt Emotionen. © boat24.com

Suchen Sie möglichst aktuelle Fotos heraus, welche Ihr Boot vorteilhaft zeigen. Wenn Sie keine haben, machen Sie welche. Das geht heute mit einer Digitalkamera oder dem Handy einfach. Warten Sie einen Tag mit gutem Wetter und Licht ab. Achten Sie dabei auf einen ruhigen Hintergrund. Manchmal klappt es bereits vom Steg oder der Hafenmole. Vielleicht hilft ein Bekannter oder Freund im Begleitboot und knipst Ihr Boot in Aktion.

Von Erdmann Braschos, veröffentlicht am 26.04.2019

Das erwartet Sie in diesem Artikel
  • gute und aktuelle Fotos sind das A und O
  • das Boot sachlich, am besten in Stichpunkten beschreiben
  • den Interessenten beim ersten Kontakt nicht mit Details überfordern
  • Unterlagen wie Rechnungen und den MwSt. - Nachweis raussuchen
  • mit ehrlichen Auskünften Vertrauen schaffen

Stellen Sie die Bootsdaten und Ausstattung möglichst übersichtlich zusammen. Suchen Sie ergänzende Unterlagen wie den Kaufvertrag, die Rechnung, auch den Nachweis der gezahlten Mehrwertsteuer – soweit vorhanden – heraus. Gerade Letzterer ist wichtig und wird den Verkauf des Bootes erleichtern.

Machen Sie es dem Interessenten mit einer guten Präsentation leicht, sich für Ihr Boot zu entscheiden. Das geht problemlos mit einigen als Word-Dokument erstellten Seiten und eingefügten Bildern. Abschließend wandeln Sie das Ganze in eine PDF-Datei umg. Verzichten Sie dabei auf die weitschweifige oder schwämerische Darstellung und viele Details am Boot. Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Präsentation auf wesentliche, für den Kauf und die weitere Nutzung relevante Themen.

Seien Sie ehrlich

Erwähnen Sie von vornherein auch Jobs, die in absehbarer Zeit anstehen. Wenn bei der Segelyacht der Ausbau des Saildrive-Getriebes zwecks fälligem Wechsel der Dichtungsmanschette zwischen Getriebe und Rumpf ansteht, dann sagen Sie es dem ernsthaften Interessenten. Wenn beim Kunststoff-Rumpf eines betagten Bootes noch keine Osmose-Prävention (Abschleifen oder Sandstrahlen, Spachteln und Epoxidversiegelung) gemacht wurde, erwähnen Sie es. Über diese Punkte wird sowieso gesprochen.

Schaffen Sie Vertrauen

Das macht einen besseren Eindruck und schafft mehr Vertrauen, als wenn der Interessent Ihnen diese Tatsachen «aus der Nase ziehen» muss. Sollte es Vorschäden wie heftige Grundberührungen oder strukturelle Schäden geben, sollten Sie es allein schon deshalb sagen, weil es mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso herauskommt. Risse an der Peripherie der Kielaufhängung, lädierte Bodenwrangen, ein Knacks in einer Längsrippe (Stringer) oder am Motorfundament der Motoryacht, ein beschädigter Propeller oder ein gespachtelter Kiel sind Hinweise auf Vorschäden. Wenn Sie ehrlich sind, ersparen Sie sich als Verkäufer endlosen Ärger hinterher. Bedenken Sie, dass Sie später (auch nach Ablauf der Gewährleistung) wegen arglistiger Täuschung in die Pflicht genommen werden können. Das kann gravierende finanzielle Folgen haben.

Bei Marginalien birgt das zwar das Risiko, dass der Interessent ohne Ahnung unsicher wird. Und auch der Sparfuchs wird dies zum Anlass nehmen den Preis zu drücken. Doch dafür schaffen Sie als seriöser Anbieter Vertrauen, wenn Sie von vornherein über den Ist-Zustand informieren.

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte, daher sind gute Fotos wichtig.
Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte, daher sind gute Fotos wichtig. © boat24.com

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte

Entscheidend für den Verkauf ist die möglichst vorteilhafte Präsentation mit farbenfrohen, lebendigen, guten Bildern. Das geht mit den heute üblichen Digitalfotos in entsprechender Auflösung gut. Die Bilder sollten möglichst aktuell sein, damit der Interessent auch etwas über den gegenwärtigen Zustand des Bootes erfährt. Nach dem Motto «ein Bild sagt mehr als Tausend Worte» sind Fotos wichtiger als Beschreibungen, Original-Prospekte oder Datenblätter.

Bei einem großen, komplexen Boot gliedern Sie die Präsentation übersichtlich auf einigen Seiten mit ersten, zentralen Informationen: Eckdaten, Baujahr, gefahrene Meilen, Liegeplatz, Zahl der Eigner, Aufzählung der wesentlichen Extras.

Ernsthafte Interessenten, die mehr wissen wollen, versorgen Sie später mit weiteren Auskünften, etwa zu den gemachten Wartungen, Verbesserungen, Änderungen oder Schäden sowie am Boot anstehenden Arbeiten und einer detaillierten Ausrüstungsliste. Sonst erschlägt die Fülle der Informationen den Interessenten. Geben Sie nicht gleich alles aus der Hand. Auch weil Sie zunächst noch nicht wissen, wie qualifiziert der Interessent ist.

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