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13 Tipps zum Jollenkauf

Autor: Erdmann Braschos
  

Die Jolle ist meist der Einstieg in den Wassersport. Deshalb ist es wichtig, dass Sie als Einsteiger wesentliche Dinge richtig machen.

13 Tipps zum Jollenkauf

1. Nehmen Sie ruhig mit dem häßlichen, aber preiswerten Entlein vorlieb

Für den Segeleinsteiger sind die stabile Schwimmlage, eine größtmögliche Kentersicherheit und gutmütig-berechenbare Eigenschaften wichtiger als Geschwindigkeit, Regattatauglichkeit und Agiltät auf dem Wasser. Erste Orientierung hierzu bieten Tests, beim Gebrauchbootkauf Vergleiche verschiedener Jollen. Nehmen Sie ruhig mit dem häßlichen, aber preiswerten Entlein vorlieb, wenn Sie für Ihre Familie und sich klären möchten, ob es ihr Metier ist oder eines Tages noch wird. Da versenken Sie bei einem Fehlkauf weniger Geld.

2. Es gibt unkaputtbare Typen

Es gibt unkaputtbare Typen wie beispielsweise die Conger-Jolle mit beeindruckenden Wandstärken. Deren Rumpf läßt sich schwerlich weich segeln und der Falz am Übergang vom Rumpf zum Deck verzeiht die unvermeidbaren Rempler beim Anlegen.

3. Kentern gehört zur Lernkurve

Unverzichtbar sind fest eingebaute Auftriebskörper. Kentern gehört zur Lernkurve ist aber nur halb so schlimm wenn das Boot nicht absäuft und man es selbst wieder über die Wasseroberfläche und dann trocken kriegt. Wichtig sind Inspektionsluken für die einlaminierten Auftriebskörper eines Kunststoffbootes. Die Deckel lassen sich zwar meist beim Bootsausrüster nachkaufen. Aber vor dem ersten Schlag sollten sie an ihrem Platz sein.

4. Für den Einsteiger steht die Nutzung des Bootes, weniger das Boot selbst im Vordergrund

Für den Einsteiger steht die Nutzung des Bootes, weniger das Boot selbst im Vordergrund. Deshalb sollte die Jolle erstens pflegeleicht und zweitens nur mit den Dingen ausgestattet sein, die man für die ersten Schritte auf dem Wasser braucht (siehe auch: Das KIS-Prinzip: Keep it simple).

5. Keinen Exoten

Entscheiden Sie sich für ein beliebtes, weit verbreitetes Fabrikat. Damit finden Sie am besten Kontakt zu Gleichgesinnten auf dem Wasser. Es ergeben sich mehr Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Die Beschaffung von Ersatzteilen (second hand, über die Klassenvereinigung oder Foren) ist einfacher. Am besten ist es wenn der Bootstyp noch gebaut wird. Entscheiden Sie sich für die mehrere hundert bis tausend Mal gebaute Jolle, keinen Exoten.

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6. Das erste Boot sollte möglichst holzfrei sein, wenn Sie lieber Segeln als schleifen und lackieren

Auch die Ausrüstung sollte so bewährt und robust wie möglich sein. Das lohnt sich gerade bei Jollen, die Jahrzehnte alt sind. Lieber einen einfachen und weniger bequemen Ausreitgurt, als eine Ausführung, die wiederholt zu reparieren ist. Das erste Boot sollte möglichst holzfrei sein, wenn Sie lieber Segeln als schleifen und lackieren.

7. Schauen Sie sich die Ausstattung des Bootes genau an

Schauen Sie sich die Ausstattung des Bootes genau an. Ist die Jolle komplett, mit allem sinnvollen Zubehör zu bekommen? Gibt es eine Persennig, einen Slipwagen und/oder
Trailer? Sind die Abdeckplane und der Hänger benutzbar? In welchem Zustand sind die Segel? Wie viel Garderobe gibt es dazu? Was ist sonst dabei: Festmacher, Fender, Paddel?, Ösfas/Pütz? In welchem Zustand sind Mast, Baum, Vorstag und Wanten? Ist alles – einschließlich den Lochblechen oder Spannern für den Masttrimm vorhanden und auch komplett? Sind die Fallen zum Setzen und Bergen der Segel brauchbar oder am Ende? Erste Hinweise bieten die sogenannten Fleischerhaken (lose Drahtlitzen). Weitere Informationen zur Ausrüstung: Checkliste Bootskauf

8. Segeln Sie das Boot

Segeln Sie das Boot. Takeln Sie es gemeinsam mit dem Verkäufer auf und auch wieder ab (siehe: Probefahrt). So lernen Sie das Boot, seinen Zustand und die spätere Handhabung am besten kennen.

9. Gibt es Macken von Grundberührungen?

Wie sehen das Schwert und das Ruderblatt aus: gibt es Macken von Grundberührungen? In welchem Zustand befinden sich der Bolzen für das Schwert und auch der Schwertkasten selbst? Gibt es da an den chronisch belasteten Stellen Risse? Wie sieht die Ruderanlage, bestehend aus der Aufhängung mit den Scharnieren, der Hoch- und Niederholer für das Ruderblatt aus?

10. Schauen Sie sich den Rumpf an

Schauen Sie sich den Rumpf an. Ist er an den üblichen Druckstellen durch die Lagerung und den Transport auf dem Anhänger weich?

11. Ist das Boot ein Schnäppchen?

Ist das Boot ein Schnäppchen mit einer gewissen Reparaturagenda, so prüfen Sie mit handwerklichem Sachverstand, ob sich die Macken mit Bordmitteln zuhause im Carport oder Garten selbst reparieren lassen. Weiche Stellen im Rumpf lassen sich mit Bordmitteln von innen mit einigen Lagen Glasfaser reparieren, soweit sie zugänglich sind.

12. Ein paar gescheite Ruder. die „springen“ immer an

In den meisten Gewässern, außer auf Flüssen oder in Tidenrevieren ist ein Außenborder entbehrlich. Er stört mit seinem Gewicht am Heck des Bootes und bei einer Kenterung ist sein Innenleben mindestens naß wenn nicht futsch. Interessanter sind bei der Wanderjolle ein paar gescheite Ruder und Dollen. Damit kommen Sie durch jede Flaute. Das beste: Die „springen“ immer an.

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13. Zu guter Letzt schauen Sie sich den Trailer an

Zu guter Letzt schauen Sie sich den Trailer an. Ist er komplett? Dürfen Sie damit überhaupt noch auf die Straße? Wie alt ist die Bereifung? Läßt sich das Spornrad verstellen. Geht die Beleuchtung? An Spanngurten für die Mitnahme des Bootes nach der Besichtigung soll es nicht scheitern. Die bringen Sie zur Not selber mit.

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Erdmann Braschos

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Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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