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Saisonverlängerer

Jetzt, wo es spürbar abkühlt und die Tage kürzer werden, sind die meisten Boote schon im Winterlager. Dabei läßt sich der Herbst an Bord noch wunderbar nutzen – mit guter Kleidung und einer Bordheizung.

Saisonverlängerer
Herbstschlag© E. Braschos

Wassersport, ganz gleich ob er mit der Jolle, dem Motorboot oder der
Segelboot ausgeübt wird, ist das Pläsier der Individualisten. Dennoch folgen die meisten Individualisten einem ritualisierten Herdentrieb. In vielen Vereinen ist der frühe Abgang mit fixen Kranterminen und Arbeitsdiensten sogar vorgeschrieben. Wer da nicht mitmacht, fällt auf.

Ende September bis Ende Oktober wird eingepackt. Es liegt wahrscheinlich am erwähnten Herdentrieb. Was die Meisten tun, muß richtig sein. Natürlich gibt es auch handfeste Gründe, das Boot bereits im Winterlager zu haben oder jetzt einzupacken: die Arbeit am Boot, welche bei halbwegs trockenem und warmem Wetter viel mehr Spaß macht, als bei Schmuddelwetter. Gar keine Frage: das Abtakeln, Ausräumen und Einlagern des Bootes ist an einem sonnig warmen Tag angenehmer als bei Nebel, Niesel oder Frost. Aber noch schöner als an einem sonnigen Tag einpacken ist eben doch ablegen!

Der entscheidende Grund ist die spürbare Kälte besonders in den Abendstunden, nachts und morgens. Neulich kroch ich mit Socken und einer Pudelmütze in einen für alpine Zwecke geeigneten Schafsack. Und legte noch zwei Decken oben drauf. Doch gegen die Kälte und Klämmnis an Bord läßt sich etwas tun. Tagsüber hilft moderne Funktionskleidung, welche Generationen von Outdoormenschen bis von wenigen Jahren nicht zur Verfügung stand. Gegen Abend hilft dann eine gescheite Bordheizung. Früher waren Warmwasserheizungen üblich. Die haben den Nachteil, daß sie träge sind und die ersehnte Wärme unter Deck erst eine Ewigkeit nach dem Einschalten liefern.

Wenn Sie Landanschluß haben, tut es aber schon ein handelsüblicher Heizlüfter. Damit habe ich an Bord vor Jahren schon meine Warmwasserheizung für ziemlich kleines Geld ersetzt. Der handlich kleine, nicht einmal schuhkartongroße „Reeko ER 887E“ wiegt ganze 1,5 Kilo und schnurrt seit Jahren anstandslos. Das Gerät wird an einem sicheren Platz, wo es nicht umkippt und die abgestrahlte Warmluft nichts anschmoren oder anbrennen läßt, aufgestellt. Da ist die Kajüte binnen Minuten schnurrig warm.

Keramik-Heizlüfter Plus Keramik-Heizlüfter Plus © Berger

Solch ein Kermik-Heizlüfter ist beispielsweise beim Ausrüster AWN als Eigenmarke für ganze 50 Euro zuzüglch Versandkosten zu haben. Wichtig ist die Sicherheitsabschaltung beim Umfallen. Der Lüfter steht auf einer Art Taster. Diese schaltet den Lüfter im entlasteten Zustand automatisch ab. Diese Funktion ist wichtig, weil es sonst zu Bränden kommen kann.

Zu Ihrer eigenen Sicherheit und auch aus Verantwortung gegenüber der Umwelt wird der Lüfter vor dem Schlafengehen natürlich abgeschaltet. Da führt an geeigneter Funktionskleidung bis hin zur zünftigen Seemanns-„Schlafmütze“ und Socken kein Weg vorbei. Jedenfalls, wenn die Temperaturen nachts einen niedrigen einstelligen Bereich ansteuern.

Navigat Pudelmütze Navigat Pudelmütze © Lierys

Wenn Sie die Saison abends und nachts am gern ohne Landstrom vor Anker verbringen brauchen Sie eine moderne, Diesel-betriebene Warmluftheizung, wie sie in Autos, Wohnmobilen oder Lastwagen als Standheizung eingebaut ist. Das ist eine tausendfach bewährte und ausgereifte Technik.

Leider ist der nachträgliche Einbau beim Boot eine aufwändige Sache. Bei der Segelyacht gilt es einen betriebssicheren Platz für den Schornstein auch bei Krängung und überkommendem Spritzwasser zu finden. Niemand möchte einen rußigen Mast oder schmutzige Segel vom Abgas der Bordheizung.

Wird die Warmwasserheizung durch eine Warmluftheizung ersetzt, gibt es immerhin schon einen geeigneten Platz für den Brenner und Schornstein.

Die Verteilung der Warmluft durch Schläuche mit großem Querschnitt in den Kajüten sollte nur nach Rücksprache mit der Werft, dem Konstrukteur oder von einem einem erfahrenen Bootsbauer vorgenommen werden. Große Löcher in Schotten und anderen Einbauten mit tragender Funktion schwächen die Struktur des Bootes.

Oder Sie achten bei der Wahl ihres nächsten Bootes hier auf boat24.com von vornherein auf eine eingebaute Warmluftheizung. Erfahrene Salzbuckel, die in nördlichen Breitengraden schippern oder das ganze Jahr hindurch ablegen, schwören übrigens auf einen beheizten (und nach unten hin entwässerten) Ölzeugspind. Da tropft die Nässe unten ab und Sie steigen vor Ihrer Wache in warmes und trockenes Ölzeug. Herrlich!

Der Lohn für den eingeschränkten Komfort ist ein wahrlich exklusives Wassersport-Vergnügen. Es ist wirklich kein Schwein draußen. Außer Ihnen sind nur ein paar Seevögel und die Kollegen von der Berufsschifffahrt unterwegs. Und das Ufer Ihrer Lieblings-Ankerbucht empfängt Sie festlich geschmückt mit herrlich buntem Laub.

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