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Boot als Couch

Die Daysailer des italienischen Lebemanns Gianluca Vacchi

Boot als Couch
Die 16 m lange "Brenta 52" mit Liegewiese statt Kajüte © B-Yachts

Entspannte Motorbootfahrer und Segler entscheiden sich für einem schwimmenden Untersatz, der aussieht und als Plattform zum Chillen überzeugt.

Von Erdmann Braschos, veröffentlicht am 12.03.2018

Das erwartet Sie in diesem Artikel
  • wie Motoryachtkomfort 2008 auf eine Segelyacht übertragen wurde
  • warum Boote zunehmend als Plattformen für sonnige Stunden entstehen
  • wie Luca Brenta als Wally-Konstrukteur mit seiner B-52 einen Schritt weiter ging
  • wie Mr. Enjoy heute ablegt

Beim Motorboot wird mit gepolsterten Pritschen und Sitzgarnituren zum Rumlümmeln schon lange ans Bordleben gedacht. Der Motorbootfahrer hat nach dem Spurt zur Badebucht Zeit zum Abhängen. Da möchte er es so bequem haben wie zuhause. Und was hat man daheim? Eine schöne große Couchgarnitur.

Bei Seglern, die ihr Metier ernst bis bierernst nehmen, war das lange verpönt. Es an Bord einfach so bequem wie zuhause haben ging nicht. Heimlich aus der Backkiste oder Achterpiek geholte Polster zum bequemen Sitzen wurden soeben geduldet. Bei sehr großen Yachten wurden bei schönem Wetter ausnahmsweise mal Liegestühle auf’s Achterdeck gestellt.

"Genie" in einer lauschigen Badebucht. Mittlerweile ist der Daysailer weiß
"Genie" in einer lauschigen Badebucht. Mittlerweile ist der Daysailer weiß © B-Yachts

Doch tut sich beim Segelyacht-Design eine ganze Menge. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass praktisch alle Segelboote, ganz gleich ob Jolle oder große Yacht, Daysailer sind. Boote, die nur wenige Stunden tagsüber bewegt werden und abends wieder im Hafen liegen brauchen nicht so viele Kojen und Toilettenräume, weil die eh alle frei bleiben. Die Kajüten werden kleiner, die Aufbauten flacher. Mittlerweile hat sich mit dem Daysailer als Spaßboot für schöne Stunden auf dem Wasser ein eigenständiger Bootstyp durchgesetzt.

Das Boot als schwimmende Freiluft-Couch
Das Boot als schwimmende Freiluft-Couch © Instagram Gianluca Vacchi

Mit dem wegweisenden Konzept seiner entrümpelten Wallys hat Luca Bassani das Yachtdesign seit den Neunzigerjahren auf seinen eigentlichen Zweck, Segelspaß und unbeschwertes Bordleben zugeschnitten. 2008 ging Luca Brenta, der mailändische Konstrukteur der ersten Wally-Yachten, mit der "Brenta 52" noch einen Schritt weiter. Er ersetzte den beim Tourenboot üblichen Kajütaufbau durch eine große, bis hinter den Mast reichende Liegewiese.

Die 22 m lange  Wallypower 70 als Open Air-Lobby
Die 22 m lange Wallypower 70 als Open Air-Lobby © Instagram Gianluca Vacchi

Bekannt wurde es als Segelspielzeug des italienischen Spaßvogels Gianluca Vacchi, der «Genie of the Lamp» ab Porto Cervo für schöne Stunden auf dem Wasser nutzt. Mister "Enjoy" nahm es als schwimmende Plattform für Ausflüge mit Picknicks und Parties und gab auf Instgram Einblicke in sein Bordleben. 2017 erweiterte er seine Flotte um eine oben abgesägte Wallypower 70. Das Boot zeigt, dass sich selbst bei einer funktionalen Wally noch etwas weglassen lässt.


Vacchis unkonventionelle Art zu Segeln

Die Brenta 52 "Genie" vor einigen Jahren beim Probeschlag vor La Spezia
Die Brenta 52 "Genie" vor einigen Jahren beim Probeschlag vor La Spezia © B-Yachts

Solche Boote lassen nur Italiener vom Stapel, Ästheten wie Bassani oder Brenta - und Spaßvögel wie Vacchi.

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VG