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BootsProfis.tv3 min Lesezeit

Nauticat 441 – Ein Kraftpaket für jedes Wetter

"Die gemütlichste Yacht, die wir je getestet haben" (BootsProfis)

Nauticat 441 – Ein Kraftpaket für jedes Wetter

Manche Yachten wollen schnell sein, andere elegant, wieder andere möglichst leicht. Die Nauticat 441 verfolgt ein anderes Prinzip: Sie will schützen, tragen und möglichst wenig beeindrucken müssen. Dafür bringt sie Gewicht, Raum, Technik – und einen Motor mit, der fast schon zur Hauptfigur wird. Kunststück, bei einem Motorsegler!

veröffentlicht am 12.06.2026

Das erwartet Sie in diesem Artikel
  • Ein echter Decksalon mit Innensteuerstand
  • 16,5 Tonnen Leergewicht und 800 Liter Diesel
  • Eine fast unbenutzte Yacht aus 2012
  • Hochwertiger klassischer Innenausbau
  • Probefahrt bei Flaute statt Starkwind
  • Für wen die Nauticat 441 wirklich passt

Bei 30 Knoten Wind bleiben selbst die BootsProfis zunächst lieber im Hafen. Nicht, weil die Nauticat 441 damit ein Problem hätte – ganz im Gegenteil. Sondern weil Hendrik und Dominik ein unbekanntes Boot nicht gleich bei Starkwind ausprobieren wollen. Also wird erst einmal besichtigt. Ketchrigg, hoher Decksalon, Innensteuerstand, Langkiel und ein ausgesprochen bulliger Auftritt – die Nauticat 441 ist ein Motorsegler alter Schule. 14,79 Meter misst sie inklusive Bugspriet, bei nur 3,75 Metern Breite. Leer bringt sie 16,5 Tonnen auf die Waage. Dazu kommen 114 Quadratmeter Segelfläche, verteilt auf Groß, Besan, Genua und Kutterfock.

Performance steht hier nicht an erster Stelle. Dafür Komfort, Sicherheit und Reichweite. Schon der Decksalon erklärt ziemlich gut, worum es geht. Große Fenster, fast Rundumsicht, ein vollwertiger Innensteuerstand inklusive Maschinenbedienung – wer bei Kälte, Regen oder Seegang keine Lust auf das Cockpit hat, bleibt einfach drinnen. Dazu kommen hydraulische Steuerung, kräftiges Bugstrahlruder und ein Motor mit rund 100 kW.

Gemacht für autarkes Leben auf See

Der spielt bei diesem Motosegler per se eine besonders tragende Rolle. 800 Liter Diesel und ein 7,5-kW-Generator zeigen ziemlich deutlich, wohin die Reise geht: lange Törns, autarkes Leben und dabei bitteschön möglichst wenig Komfort-Verzicht.

Auch unter Deck ist die Nauticat natürlich eher „Villa“ als asketische Regattahöhle. Erstaunlich, der Ausbau wirkt nach 14 Jahren beinahe unbenutzt. Echtholz, hochwertige Beschläge, aufwendig belüftete Schränke und dazu eine Küche, die auf ausdrücklichen Wunsch der Eignerfamilie mit Miele-Geräten ausgestattet wurde. Sogar der Generator wurde passend dazu dimensioniert. Der Grund für den ungewöhnlich gepflegte Zustand ist simpel: Das Boot wurde kaum genutzt. Der Eigner ließ es weitgehend nach seinen Vorstellungen bauen, segelte damit aber nur wenige Male. Nun soll die Nauticat aus Altersgründen verkauft werden.

Gepflegte Erscheinung

Spuren der Standzeit gibt es trotzdem. Einige kleinere Arbeiten stehen an, darunter einzelne Teakpfropfen und eine Stelle mit Lackschäden nach eingedrungener Feuchtigkeit. Größere strukturelle Probleme entdecken die BootsProfis jedoch nicht. Das Interieur ist bis auf diese Ausnahme trocken und ausgesprochen gepflegt.
Für die Probefahrt zeigt sich dann die See mal wieder von der ironischen Seite. Einen Tag zuvor zu viel Wind, am nächsten beinahe gar keiner. Die 441 braucht jedoch Wind, daran gibt es wenig zu deuteln, ihre Masse setzt genau diese Priorität. Dafür lässt sich das Boot unter Maschine souverän bewegen und bietet für lange Strecken genau jene Reserven, die man beim Kauf eines solchen Bootes erwarten darf.

Hendrik bringt es am Ende auf den Punkt: Für Vollblutsegler, die jede Zehntelknoten diskutieren, ist das vermutlich nicht das richtige „Schiff“ (was man hier ausnahmsweise mal schreiben darf). Wer jedoch geschützt, sicher und komfortabel reisen möchte, viel Wohnraum sucht, klassischen Yachtbau schätzt und für den „Motorsegler“ kein Schimpfwort ist, bekommt ein ausgesprochen eigenständiges Schiff, pardon: Boot

Die Nauticat 441 wurde bei boat24.com inseriert und dort vom zukünftigen Eigner gefunden. Der VK beträgt 399.000 Euro

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