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Colombo

Mahagoni trifft GFK – italienische Runabouts vom Comer See

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Riva kennt jeder. Doch der norditalienische Seen-Motorbootstil hat noch andere Namen hervorgebracht, die zumindest im südlichen Europa nicht weniger illustrer sind. Einer davon ist Colombo: Seit 1956 entstehen am Comer See elegante Runabouts und Daycruiser, bei denen Mahagoni, GFK und italienisches Design eine bemerkenswert dauerhafte Verbindung eingegangen sind.

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Colombo

Riva kennt jeder. Doch der norditalienische Seen-Motorbootstil hat noch andere Namen hervorgebracht, die zumindest im südlichen Europa nicht weniger illustrer sind. Einer davon ist Colombo: Seit 1956 entstehen am Comer See elegante Runabouts und Daycruiser, bei denen Mahagoni, GFK und italienisches Design eine bemerkenswert dauerhafte Verbindung eingegangen sind.

Der Comer See brachte erstaunlich viele Motorbootbauer hervor. Cranchi, Abbate, Molinari – und eben Colombo. Vielleicht lag es an den wohlhabenden Villenbesitzern, vielleicht an den kurzen Wegen zwischen den Werften. Jedenfalls entwickelte sich rund um den Lario eine eigene Kultur schneller, eleganter Motorboote. Colombo gehört seit den 1950er-Jahren dazu und hat dabei einen Stil gefunden, der weder historische Riva-Kopie noch moderner Plastik-Daycruiser ist.
Der Name Colombo kann am Comer See übrigens für Verwirrung sorgen: Mehrere voneinander unabhängige Bootswerften und Bootsbauer tragen oder trugen ihn. Hier geht es um den 1956 von Giacomo Colombo gegründeten Cantiere Colombo, der mit seinen Runabouts und Daycruisern international zur bekanntesten Motorbootmarke dieses Namens wurde. Nicht zu verwechseln ist er etwa mit der bereits 1943 gegründeten Werft Colombo Leopoldo, die sich bis heute vor allem dem Bau und der Restaurierung klassischer Holzboote widmet.

Vom Lehrling zur eigenen Werft

Giacomo Colombo kam früh zum Bootsbau. Als Junge lernte er die Arbeit mit Holz kennen, später arbeitete er zunächst bei Cranchi, anschließend bei Guido Abbate. 1956 baute Giacomo Colombo gemeinsam mit Freunden ein Motorboot für den öffentlichen Personentransport. Bald folgten erste Aufträge von Urlaubern am Comer See. Colombo ließ sich bei der Handelskammer in Como eintragen und gründete seine eigene Werft. Zunächst entstanden Motor- und Ruderboote aus Holz. 1962 begann Colombo zudem mit Riva zusammenzuarbeiten; 1968 eröffnete er in Menaggio einen Riva-Servicebetrieb, aus dem sich der Cantiere Colombo weiterentwickelte.

Als Kunststoff plötzlich modern wurde

Um 1970 begann Colombo, GFK zu verarbeiten. Die Werft verabschiedete sich damit allerdings nicht vollständig vom Holz. Gerade die Kombination beider Materialien wurde später zu einem Markenzeichen. Das hat einen praktischen Nebeneffekt: Die strukturellen Vorteile und der geringere Pflegeaufwand von GFK ließen sich mit jener klassischen Optik verbinden, die nun einmal hervorragend zum Comer See passt. So entstand über die Jahre ein eigener Colombo-Stil: klassische Runabout-Anleihen, aber ohne den Zwang, jedes Detail wie 1960 aussehen zu lassen.

Super Indios: ein Name bleibt

Besonders dauerhaft ist die Super-Indios-Familie. Ältere Super Indios gehören heute zu den charakteristischen Gebrauchtbooten der Marke; gleichzeitig führt Colombo den Namen weiterhin im aktuellen Programm. Die heutige 25 Super Indios greift die klassische Linie auf, daneben gibt es sogar eine elektrische 25 Super Indios E. Mit der 32 Super Indios wächst das Konzept auf rund zehn Meter und wird unter anderem als Tender sowie in unterschiedlichen klassischen Ausführungen angeboten.

Bellagio: der See steckt schon im Namen

Moderner tritt die Bellagio-Reihe auf. Schon der Name verweist auf den Ort am Comer See, an dem die Geschichte der Marke ihren Ursprung hat. Das aktuelle Programm reicht von der 26 Bellagio über die 30 bis zur 40 Bellagio. Bei der 26 Bellagio arbeitete Colombo mit dem italienischen Designstudio Nuvolari Lenard zusammen. Das Ergebnis verbindet klassische Details – etwa Mahagoni am Steuerstand – mit einer deutlich moderneren Formensprache und sportlichen Fahrleistungen. Die Bellagio-Modelle zeigen damit die andere Seite der Marke: weniger nostalgisches Runabout, mehr moderner Daycruiser, ohne die Herkunft komplett über Bord zu werfen.

2007: Colombo wird Teil der Sarnico Group

Die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Werft endete 2007, als die Cantieri di Sarnico die Werft Colombo übernahmen. Giacomo Colombo blieb zunächst im Unternehmen, um Kontinuität bei Stil und Fertigungsqualität sicherzustellen. Colombo wurde anschließend gemeinsam mit Cantieri di Sarnico und weiteren Unternehmen in die Sarnico Group integriert. Die Marken wurden dabei unterschiedlich positioniert: Sarnico konzentrierte sich stärker auf größere Sportyachten, Colombo auf exklusive Runabouts und Daycruiser.

Nicht immer größer

Interessant ist, was Colombo NICHT gemacht hat. Während zahlreiche Motorbootwerften ihre Modellpalette immer weiter nach oben schoben, blieb Colombo überwiegend bei vergleichsweise kompakten Booten. Das aktuelle Programm reicht von rund 25 bis 40 Fuß und umfasst neben Super Indios und Bellagio auch Modelle wie die 33 Sogno. Colombo verkauft damit eben nicht möglichst viele Kubikmeter Wohnraum, sondern einen markanten Bootstyp: schnell, offen, elegant und für Tagesfahrten oder kurze Aufenthalte gedacht.

Colombo gebraucht kaufen

Auf dem Gebrauchtmarkt reicht die Auswahl von älteren Klassikern bis zu modernen Bellagio-Modellen. Gerade bei Super Indios, Romance und anderen älteren Colombo lohnt ein genauer Blick auf die verbauten Holzelemente. Gepflegtes Mahagoni kann einen erheblichen Teil des Reizes ausmachen – vernachlässigtes entsprechend viel Arbeit.