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Daysailer: Zur Sache kommen

Autor: Erdmann Braschos

Segeln ist ein zeitintensiver Sport. Deshalb besinnen sich viele Segler auf ein pflegeleichtes, zeitgemäßes Boot, mit dem sie rasch zu Sache kommen: den Daysailer.

Daysailer: Zur Sache kommen
Die Brenta 30 – ein moderner Daysailer© B-Yachts

Das Rezept fürs Seglerglück ist altbewährt, gibt es schon seit der Kaiserzeit. Damals wurde es „Nachmittagsboot“ genannt. Es handelte sich um ein etwa neun Meter langes offenes Kielboot ohne Unterschlupf, Spritzkappe oder Kajüte. Der Aufwand der Segelvorbereitungen (Persenning runter, Auftakeln, Ablegen) stand im Verhältnis zu den Stunden auf dem Wasser. Wer das Glück hatte, in der Nähe seines Liegeplatz zu arbeiten oder wohnen, legte an schönen Sommertagen auch mal unter der Woche ab.

Daysailer werden meist von Ästheten, Individualisten und anspruchsvollen Seglern gekauft, die sich für die Essenz des Segelns interessieren. Sie wissen, dass ihnen der Alltag wenige Gelegenheiten zum segeln lässt. Sie widmen ihre kostbare Freizeit lieber für die Sache selbst als den Weg zum Ziel.

Nach einer Enttäuschung mit einer größeren Yacht ließ sich der italienische Industrielle Giovanni Agnelli Mitte der neunziger Jahre einen 29 Meter langen Daysailer bauen. Die karbonschwarze „Stealth“ entstand dank klarer Konzeption und hochwertiger Bauweise mit sagenhaften 71 Prozent Ballastanteil. Agnelli genügte es, sein Landleben für ein paar konzentrierte Stunden an Bord zu unterbrechen. Er genoss das seglerische Nirwana an Deck seiner High tech Segelspaßmaschine. Dann wandte er sich wieder anderen Dingen zu.

So viel Aufwand kann und muss der normal sterbliche Segler zum Glück nicht treiben. Beim üblichen Bootsformat genügt es meist, all die Dinge, die heute an Bord eines komfortablen 10 m Kajütbootes eingebaut sind, wegzulassen.

Denn ein Boot, das bereits bei leichtem Wind Spaß macht, muss leicht sein. Das klappt, wenn man auf die üblichen Einbauten und Extras für Kojen, Polstergarnitur im Salon, WC, Dusche, Kochgelegenheit, Tanks, Espressomaschine und Batterien verzichtet, wenn der Komfort auf das allernötigste reduziert wird.

Der Verzicht auf Stehhöhe lässt die Bordwand schrumpfen. Das bringt die Proportionen von Freibord und Länge ins Lot. So ein flachbordiger Daysailer sieht eher aus wie ein Sportgerät und weniger wie ein schwimmender Caravan. Er ist vorrangig fürs Auge gebaut.

Zugleich beglückt ein flachbordiges Boot den Segler mit dem essenziellen Kontakt zum Wasser. Dann ergibt sich das für den Genießer unverzichtbare Segelfeeling.

Abgesehen von solcher Finesse gibt es einen praktischen Grund, warum ein Boot für hiesige Gewässer leicht sein sollte. Unsere Binnenreviere und Liegeplätze sind meist flach. Es geht um jeden Zentimeter Tiefgang. Da bleibt beim schweren und entsprechend dickbäuchigen Boot unter dem Rumpf kaum noch Platz für einen leistungsfähigen Kiel.

Am Bodensee geht es ab Spätsommer bei sinkendem Wasserstand um jeden Zentimeter. Auch das flache Ijsselmeer limitiert ähnlich wie mancher mühsam ergatterte Liegeplatz an den bayerischen Seen den Tiefgang. Nur das leichte Boot mit seinem jollenartig flachen Rumpf lässt zwischen dem Bootsboden und dem Grund überhaupt noch Platz für eine seglerisch vorteilhafte Kielflosse.

Daysailer werden heute in verschiedenen Varianten, von cool bis charmant, von italienischer alta moda für den Hauslago bis hin zum Retrosegler für die Küste oder Cote d’ Azur gebaut. Wer es modern mag, wird sich beispielsweise eine Esse oder die „B-Yachts“ des mailändischen Konstrukteurs Luca Brenta ansehen. Die „B30“ eignet sich für Binnengewässer wie den Atter- oder Wannsee. Der 60 Füßer wurde bislang zwei Mal im Auftrag deutscher Eigner für die Costa Smeralda und Kieler Förde und gebaut.

Wer maronenbraunes Mahagoni eher als die Trendfarbe silbermetallic auf dem Wasser mag, wird sich die formverleimten Binnenrenner der Markus Glas Werft am Starnberger See anschauen. Oder er guckt einmal bei Carpe Diem Yacht Design in Tutzing rein, wo Klaus Röder den persönlichen Kompromiss aus Segelspaß, Eckdaten des Liegeplatzes und Erfüllung der allernötigsten menschlichen Bedürfnisse unterwegs (Koje, Kochgelegenheit, Bordtoilette) maßschneidert.

Jedes Jahr kommen interessante Modelle dazu. 2013 wurde mit der „Lütje 33“ ein zehn Meter langer Judel/Vrolijk Entwurf mit Übernachtungsoption präsentiert. Das Konzept ist von der vielbeachteten Wallynano inspiriert.

Auch das Angebot amerikanischer oder französischer Daysailer, etwa der sehr eleganten CW Hood 32 oder der kompakteren Code O oder Code 1 von Black Pepper ist verführerisch. Klassisch geriet auch die holländische „Eagle 44“ mit der Anmutung einer verkleinerten J-Class.

Wem das vorerst alles viel zu teuer und groß ist, legt sich für wenige Tausend Euro ein gebrauchtes Boot wie das Zweimannkielboot vom Typ Dyas zu. Da steigt man Mittwoch einfach mal an Bord seines Nachmittagsbootes, oder am Sonntag nach dem späten Frühstück. Man hebt die Persenning runter und schubst sich für ein paar intensiv genossene Segelstunden hinaus aufs Wasser.

Thema

Segeln

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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Bisher war die Sache klar. Der Bootsname gehört ans Heck. Darunter steht der Heimathafen und der Club, wo das Boot registriert ist. Früher waren die Buchstaben aus Messing (angeschraubt) oder in den Rumpf geschnitzt und mit Gold ausgelegt. Die Entwicklung ist über gemalte Buchstaben oder solche aus selbstklebender Folie hinweg.

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