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Die J-ahrhundertregatta

Autor: Michael Kunst
  

Alle derzeit segelnden J Class-Monumente – Klassiker und Retro-Neubauten – wollen zum nächsten America’s Cup auf den Bahamas Flagge zeigen und gegeneinander segeln. Erstmals in der Geschichte der Klasse werden mehr als sechs der legendären Schönheiten eine Flotten-Regatta austragen.

Die J-ahrhundertregatta
Wenn schon Spinnaker, dann richtig © renedo/j class

Welch ein Symbolgehalt, was für eine Show: Nach 80 Jahren kehrt die faszinierende J Class wieder zurück zu ihren Wurzeln und segelt in einer begleitenden, viertägigen Regatta während des 35. America’s Cup 2017 auf den Bahamas. Hi-Tech-Katamarane auf Foils „fliegen“ somit neben legendären Monumenten, die mit sanfter Eleganz durch die Wellen pflügen und seit Jahrzehnten als Inbegriff für Schönheit unter Segeln gelten.

Als die J Class-Yachten in den Dreißiger-Jahren des letzten Jahrhunderts den America’s Cup unter sich aussegelten, waren sie das Nonplusultra der damaligen Regattaszene. Und bis heute zählen ihre gestreckten Formen mit den enorm langen Überhängen im Bug- und Heckbereich zum Aufregendsten, was jemals für die „hässlichste Sporttrophäe der Welt“ auf Kiel gelegt wurde. Und das war im Laufe der Jahrhunderte bekanntlich nicht wenig (Link:loc=blog_die-renaissance-der-j-class|Die Renaissance der J-Class|Die Renaissance der J-Class].

Alt und neu in Schönheit vereint

Die derzeitige J-Class-Flotte besteht weltweit aus sieben Yachten, darunter zwei Originalen, die bereits im America’s Cup segelten: „Shamrock V“ und „Endeavour“. Beide Schiffe sind längst Kult in der Segelszene, die „Endeavour“ nicht zuletzt wegen ihrer spektakulären Rettung aus dem Schlamm eines Flussbettes durch die Millionärin Elizabeth Meyer (heute 62), die das Schiff 1987-89 nahezu vollständig in den Originalzustand herrichten ließ. Womit sie bekanntlich den Grundstein für die heutige, wieder auferstandene Klasse legte.

Die „Velsheda“, ebenfalls ein Original von 1933, das aber nie im America’s Cup segelte und 1996 von Grund auf restauriert wurde, gilt heute als Vorbild für die Klassen- und Vermessungsregeln der aktuellen J Class-Yachten.

Die Ranger – noch die größte unter den J Class-Yachten © Maria Muina/j class Die Ranger – noch die größte unter den J Class-Yachten © Maria Muina/j class

Neben den Archetypen segeln heute Hanuman, Lionheart, und Rainbow, die den Originalplänen ihrer „Vorgängerschiffe“ aus den Dreißigerjahren nachempfunden wurden. Lediglich die „Ranger“ (Baujahr 2003) kann für sich in Anspruch nehmen, eine echte Replik zu sein: Sie wurde in Dänemark gebaut und gilt – damals wie heute – mit 41,63 Metern Lüa (noch!) als die größte jemals gebaute J Class.

Neue Bauten nach alten Plänen

Doch es tut sich so einiges in der legendären Klasse. Man ist sogar so optimistisch, dass im Idealfall zehn J Class-Yachten in der Flotte vor den Bermudas gegeneinander segeln könnten. Denn nach den neuzeitlichen Klassenregeln sind derzeit weitere J-Class-Yachten in Planung bzw. bereits im Bau.

Wie etwa die J8, ein Neubau der – genau wie es die Klassenregeln der modernen J Class vorschreiben – nach dem Riss einer J Class-Yacht aus den guten, alten J-Zeiten gebaut wurde. Frank Paine, der seinerzeit bereits die Yacht „Yankee“ zeichnete (die 1930 auf Kiel gelegt wurde), hatte auch die „J8“ ersonnen, fand aber zu Lebzeiten keinen Mutigen, der sich an die Realisierung des außergewöhnlichen Projektes wagte.

Schließlich sollte und wird die „J8“ 42,62 Meter Lüa messen und somit den bisherigen J-Class-Längenrekordhalter Ranger knapp übertreffen. Aus dem Aluminiumrumpf, der aktuell gerade ausgebaut wird, soll ein stolzes Karbonrigg ragen, komplett mit Mast, Baum und Wanten aus der modernen Faser. Die „nächste J“ soll schon in Kürze bei Holland Yachtbouw vom Stapel laufen.

Des Weiteren ist die „Svea“, eine in den Dreißigerjahren nie fertig gestellte, schwedische J Class, derzeit als moderne Version im Bau. Und die Szene munkelt, dass eine „J9“, ebenfalls ein Frank Paine-Design, dank moderner Computer-Technologie in so kurzer Zeit fertig gestellt werden könnte, dass es sogar für eine Teilnahme bei der America’s Cup-Regatta 2017 reichen würde.

Nur für den Fall, dass Sie noch ein paar Milliönchen übrig haben sollten – mit der Entscheidung zum Bau sollten Sie sich allerdings nicht mehr allzu viel Zeit lassen.

Thema

Segeln

Autor

Michael Kunst

Geschrieben von

Michael miku Kunst (60) ist seit mehr als 35 Jahren als Sportreporter unterwegs. Waren es in jungen und knackigen Jahren eher Ausdauersportarten, die ihn in die hintersten Ecken unseres Planeten lockten, sind es heute mehr oder weniger verrückte Segelboote auf den Ozeanen und Binnenmeeren, die ihn faszinieren.
In mikus Flotte befinden sich u.a. ein 25 Jahre junger Laser Standard und ein etwas ausgeleierter Mini 6.50 Prototyp (No. 247), mit dem er vor Lorient auf dem Atlantik unterwegs ist.

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