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Der grösste Katamaran der Welt!

Autor: Michael Kunst
  

Die „Hemisphere“ ist in jeder Hinsicht eine Yacht der Superlative, allerdings nicht nur aufgrund ihrer schieren Größe. Vielmehr zeigt das französische Design einmal mehr, dass Mehrrumpf-Schiffe nicht nur als rasende Foiler eine Zukunft haben. Sie werden bald wohl in allen Sparten des Segelsports tonangebend sein.

Der grösste Katamaran der Welt!
Als Cruising-Tempo werden im Durchschnitt 11 Knoten angegeben ©jeff brown/VPLP Design

Man braucht kein „intimer Kenner“ der Segelszene zu sein, um zu bestätigen, dass Mehrrumpf-Yachten bereits seit einigen Jahren im Aufwind sind. Immer öfter stellen sie ihre Leistungsfähigkeit bei Rekordfahrten über die Ozeane unter Beweis, zeigen spätestens seit dem America’s Cup 2012 der staunenden Segelwelt, dass sich die Zukunft ihres Sports knapp über der Wasseroberfläche abspielen wird und bieten per se dem Blauwassersegler wie auch dem Daysailer einen zuvor nie gekannten Segelspaß.

Die Zukunft des Segelns?

„Deshalb ist schon die simple Existenz der 145 Fuß langen „Hemisphere“ so enorm wichtig für alle, die das Segeln mit mehreren Rümpfen weiter voran bringen wollen,“ sagte kürzlich Marc van Peteghem, weltbekannter Konstrukteur bei VPLP-Design und verantwortlich für den Riss des Riesenkatamarans.

„Auch wenn es nur extrem wenige Menschen gibt, die sich einen Katamaran dieser Größe mit einer derart luxuriösen Ausstattung leisten können und damit auch tatsächlich segeln wollen, so ist die Akzeptanz einer solchen Yacht bei den Superreichen so etwas wie ein weiterer Ritterschlag für die Mehrrumpfyachten während ihres Siegeszuges rund um den Globus,“ schwärmte van Peteghem während der Pariser Bootsmesse „Salon Nautique“.

Tatsächlich zeichnet sich die „Hemisphere“ trotz ihrer vermeintlich unüberschaubaren Dimensionen und ihres fast schon pompös wirkenden Luxus vor allem als „solide Blauwasseryacht“ aus. Kapitän und Profi-Crew des 44,2 Meter langen und 16,6 Meter breiten und somit größten Segelkatamarans der Welt zeigten sich bei mehreren Interviews mit Yachtsport-Magazinen beeindruckt von den guten Segeleigenschaften „ihres“ Monsters.

Kunststück, denn im Gegensatz zu ihren riesigen Pendants bei den Einrumpfern wie etwa der „Segelyacht Yacht A“ des russischen Oligarchen Abramowitsch, unterscheiden sich die Formen und Linien der „Hemisphere“ proportional nur wenig von kleineren Fahrtenkatamaranen.

Man sieht auf den ersten Blick, dass der riesige Kat von Designern entworfen wurde, die zugleich auch begeisterte Segler sind. Sie zechnen beispielsweise für den Maxi Trimaran „Groupama 3“ verantwortlich und ließen ihr Know How in den 33. America’s Cup Gewinner vom Oracle Team einfließen.

Schwierige Geburt

Der Bau der „Hemisphere“ startete 2005 bei der US-Werft Derecktor, die vertragsgemäß den segelfertigen Riesen-Katamaran Ende 2007 abliefern sollte. Doch schon die Konstruktion der Rümpfe verzögerte sich, die Werft geriet in finanzielle Schwierigkeiten und 2008 begaben sich die Auftraggeber auf die Suche nach einer anderen Werft zur Weiterführung des Baus.

Man wurde in Großbritannien fündig: „Pendennis Shipyards“ konnte die Yacht mit den außergewöhnlichen Ausmaßen in ihren Hallen und Trockendocks unterbringen und zudem das Know-how garantieren, das für ein derart anspruchsvolles Projekt nötig ist.

Im Herbst 2009 wurden die noch im Grobzustand befindlichen Rümpfe der „Hemisphere“ an Deck eines Handelsschiffes nach Falmouth/England gebracht.

Dreizehn Container, in denen weitere „Teile“ der Megayacht verstaut waren, stapelten sich ebenfalls neben dem angehenden „größten Katamaran“ der Welt, der gerade „auf fremdem Rumpf“ erstmals den Atlantik überquert hatte.

Chartergebühr: 280.000 Dollar – pro Woche!

Zwei Jahre später wurde die fertig gestellte „Hemisphere“ getauft, um gleich darauf von ihren Eignern und einer Stammcrew ins Mittelmeer überführt zu werden.

Bis 2013 segelte der 41,5-Meter-Kat dort als reine Privatyacht, die nur ihren Eignern und deren Gästen zur Verfügung stand. Dann wurde sie nach „down under“ überführt, wo sie vor Australien und Neuseeland und in Südostasien (Thailand, Malediven) nun auch für ein „Taschengeld“ in Höhe von 260 – 280.000 Dollar verchartert wird. Pro Woche, versteht sich.

Für diesen „stolzen“ Preis gibt es ein nicht minder stolzes Segelschiff, bei dem die Betonung ohne Ironie immer noch auf dem Wort „Segel“ liegen darf. Immerhin kommt die „Hemisphere“ bei moderaten Windgeschwindigkeiten von fünf bis sieben Beaufort raumschots auf Spitzengeschwindigkeiten von 20 Knoten. Als Cruising-Tempo werden im Durchschnitt 11 Knoten angegeben.

Auch andere Annehmlichkeiten kommen nicht zu kurz: Luxuriöseste Ausstattung der Kabinen für 10-12 Gäste, eigene Küchenbrigade, Zodiacs für Tauch- und Schnorchelausflüge und eine 16-Meter-Motoryacht für Hochseeangelabenteuer gehören zum Standard.

Letzte Hürde genommen

Doch wie gesagt: Der Luxus an Bord der „Hemisphere“ ist das Eine, viel wichtiger für die Zukunft der Mehrrumpfboote und der Katamarane im Besonderen sind jedoch hohe Funktionalität und gute Segeleigenschaften der „Riesin“.

Durch den funktionierenden Einzug des Mehrrumpf-Prinzips in die Szene der Megayachten wurde jedenfalls eine wichtige Hürde genommen. Was sich auf die Zukunft des gesamten Segelsports auswirkt, wie etwa das Portfolio von VPLP-Design schon heute zeigt. Wobei es übrigens ganz egal ist und bleibt, ob man mal eben schnell eine Viertelmillion

© jeff brown/VPLP Design © jeff brown/VPLP Design

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Thema

Segeln

Autor

Michael Kunst

Geschrieben von

Michael miku Kunst (60) ist seit mehr als 35 Jahren als Sportreporter unterwegs. Waren es in jungen und knackigen Jahren eher Ausdauersportarten, die ihn in die hintersten Ecken unseres Planeten lockten, sind es heute mehr oder weniger verrückte Segelboote auf den Ozeanen und Binnenmeeren, die ihn faszinieren.
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