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Reduziert auf das Wesentliche

Autor: Erdmann Braschos
  

Jollenwandern oder Wandersegeln in offenen Booten erlebt derzeit eine erstaunliche Renaissance – auf Flüssen, Binnenseen und entlang der Küsten. Kunststück: kaum eine andere Form der Fortbewegung unter Segeln ist so nahe am Ursprung und prädestiniert für große und kleine Abenteuer.

Reduziert auf das Wesentliche
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Erstens ist man immer draußen. Zweitens näher am Wasser. Drittens unabhängig von oft überfüllten Häfen. Und viertens macht Jollenwandern richtig Spaß, nicht nur, weil es uns zurück zu den Wurzeln führt und so ganz nebenbei bemerkt durchweg bezahlbar ist.

Dabei ist es ganz egal, ob die Jollenwandertour nur mal eben schnell übers Wochenende auf dem Heimatrevier, also durch bekannte Gewässer an vertraute Ufer führt oder ob das große, mehrwöchige Abenteuer an den sprichwörtlichen „unbekannten Gestaden“ angepeilt wird… ein ganz besonderer Charme und die ursprüngliche Art zu segeln garantieren tiefe Eindrücke vom Anderssein.

Die häufig strapazierten Sprüche wie „einfach lossegeln“ oder „ich bin dann mal weg“ bekommen beim Jollenwandern einen neuen, reellen Wert. Am abendlichen Lagerfeuer in einer verträumten Bucht (wo bekanntlich die weltbesten Folienkartoffeln mit Grillwürsten serviert werden), beim Übernachten unterm klaren Sternenhimmel (oder der Zeltpersenning), beim kernigen Segeln langer Schläge in Welle und Gischt wird Segeln in seiner ursprüngliche Form gefeiert. Oder neudeutsch formuliert: Nie war Segeln mehr „outdoor“ als beim Jollenwandern.

Sechs Tipps für den Kauf von gebrauchten Wanderjollen:

  • Hohe Endstabilität in der Krängung und hoher Freibord ermöglichen sicheres Segeln, auch in der Welle.
  • Stauraum im Vorschiff ist ein Muss, zusätzlich im Heck ist wünschenswert.
  • Die Segelfläche sollte rasch deutlich reduziert werden können (Rollfock, zumindest ein Reff im Groß).
  • Auf gute Lenzmöglichkeiten achten (Lenzklappen, Hecklenzer etc.).
  • Option auf Zeltpersenning ist wünschenswert, aber nicht Pflicht. Im Zelt am Strand schläft es sich auch ziemlich gemütlich.
  • Ein kleiner Außenbordmotor ist als Flautenschieber etwa auf Binnenseen ganz interessant, aber keineswegs Pflicht. Manöver in Ufernähe oder im Hafen können meist auch gepaddelt werden.

Wichtig: Wer mit Kieljollen liebäugelt sollte sich darüber im Klaren sein, dass nur sehr wenige Kielarten auch aufholbar sind. Entsprechend reduziert sich das „wir-fahren-an-den-Strand-Abenteuer“. Aber kleine Stege zum Anlegen können auch wildromantisch sein.

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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