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Laser Jolle - Für immer cool

Autor: Michael Kunst

Tipps für den Kauf eines gebrauchten Laser Standard, Laser Radial oder Laser 4.7.
Wie oft wurde nicht schon das Hohelied auf den Laser gesungen? Die kommerziell erfolgreichste Regatta-Bootsklasse aller Zeiten, mit derzeit weltweit über 200.000 verkauften Exemplaren, ist so etwas wie ein Dauerbrenner bei Seglern aller Altersklassen. Anders formuliert: Wer Segeln in seiner puren Form erleben will, wird zumindest zeitweise um den Laser nie und nimmer herumkommen.

Laser Jolle - Für immer cool
Alles andere als ein Leichte-Damen-Brise-Boot© Swiss sailing

Wie oft wurde nicht schon das Hohelied auf den Laser gesungen? Die kommerziell erfolgreichste Regatta-Bootsklasse aller Zeiten, mit derzeit weltweit über 200.000 verkauften Exemplaren, ist so etwas wie ein Dauerbrenner bei Seglern aller Altersklassen. Anders formuliert: Wer Segeln in seiner puren Form erleben will, wird zumindest zeitweise um den Laser nie und nimmer herumkommen.

Was durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn es gibt heute wohl kaum noch eine Jolle, die derart einfach, simpel… eben pur ausgerüstet ist – und dennoch die besten Segler der Welt begeistert.

Die begründen ihren Spaß an der «schwimmenden Kühlschranktüre» wie das Boot oft despektierlich (meist von neidischen Europe- und Finnseglern) genannt wird, mit dem strikt eingehaltenen Status einer athletischen One-Design-Klasse. Soll heißen: Beim Regattasegeln entscheiden Fitness und Können des Seglers über Sieg und Platzierung. Und nicht zwingend das jüngere, vermeintlich bessere und sowieso teurere Boot. Tatsächlich ist es bei den meist qualitativ bestens besetzten Ranglisten-Regatten nicht selten, dass junge wie ältere Laser-Recken auf 15-20 Jahre alten Booten um die vorderen Plätze mitsegeln.

Doch nicht nur für Regatten ist der Laser ein Emotionsgarant. Auch für den entspannenden Feierabendschlag (das Boot ist nach 15 Minuten segelfertig im Wasser) oder fürs feuchte Bauchmuskeltraining an der frischen Luft eignet sich die 4,23m lange Einhand-Jolle. Und fürs Genusssegeln empfiehlt sich der Laser sowieso: Wer jemals einen Laser bei sechs Windstärken auf einem Raumschotkurs über den oder die See glitschen ließ, weiß von was hier die Rede ist. Wenn das Boot losschießt, der Bug durch Gewichtsverlagerung nach hinten über die Welle klatscht, das Wasser aus dem Schwertkasten in Fontänen schießt, mitunter das Vordeck überspült wird und die Gischt der Steuerfrau oder dem Steuermann den Atem raubt… es gibt nur wenige seglerische Erlebnisse, die das noch übertreffen können. Merke: Starkwindsegeln mit aufgesetzten Skibrillen wurde nicht von Volvo Ocean-Racern erfunden, sondern von Laser-Seglern!

Hoher Regatta-Anspruch, One-Design-Klasse und reichlich Segelspaß – das macht den Laser auch auf dem Gebrauchtmarkt heiß begehrt. Nicht zuletzt spricht für das Boot, dass man nach interessanten Angeboten meist lange suchen muss.

Für alle, die sich einen gebrauchten Laser kaufen wollen, ganz egal ob für den Regatta-Einsatz oder als Spaß-Untersatz, folgen nun einige Tipps zum Erwerb der immerhin Olympischen Bootsklasse! Holen Sie sich Argumente zum «Handeln» oder bei mehreren Angeboten in den gleichen Preisklassen zum vorteilhaften Vergleich.

Mit dem Radial-Segel Olympische Klasse bei den Frauen Mit dem Radial-Segel Olympische Klasse bei den Frauen © International Laser Class Association

Rumpf/Deck

  • Bestehen Sie darauf, das Boot an Land zu begutachten, am besten auf dem Slipwagen.
  • Der ist gleich ein wichtiges Indiz: Liegt das Boot auf einem Slipwagen, dessen Auflagepunkte unter den Süllrand angesetzt sind oder auf einem Slipwagen mit elastischem Auflagegurt? Beide Varianten sind gut – weniger gut für den Rumpf sind «klassenfremde» Slipwagen, etwa mit seitlichen Auflageflächen. Im letztgenannten Fall später eingehende Untersuchung der Auflageflächen im Rumpf.
  • Verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck. Hat das Boot keine auffälligen Macken und macht einen guten Gesamteindruck (auch Sauberkeit)?
  • Nicht gleich abwinken, wenn das Boot «gebraucht» aussieht. Laser sind robuste Boote, denen kleine Schönheitsmakel nicht viel anhaben können. Die meisten Laser werden im Laufe der Jahre «hart rangenommen», müssen dabei aber nicht an essentieller Qualität verlieren. Achten Sie auf grobe Macken, wie etwa am Süllrand, wo die Kanten oft nach Kollision oder suboptimalem Anlegen abbrechen. Die sind oft reparabel – Verhandlungssache!
  • Bug/Steven: Wurde hier, etwa nach einer Kollision, laminiert? Das muss nicht unbedingt negativ sein, wenn sauber ausgeführt. Verhandlungsgrund!
  • Heck: Sitzen die Bolzen, in die das Ruderblatt eingehängt wird, noch fest im Spiegel? Oder sind Risse erkennbar? Wenn ja, genau überprüfen, ob noch reparabel. Vorsicht ist geboten!
  • Deck: Haarrisse sind besonders bei älteren Boote keine Seltenheit, aber nicht dramatisch. Sollten die Risse jedoch tiefer als 1-2mm gehen und eher seitlich am Deck auftreten, dann unbedingt genaue Untersuchung – könnten von einer Kollision stammen
  • Mastloch: Füllen Sie das Loch mit Wasser auf und beobachten Sie, ob sich der Pegel senkt und somit das Wasser in den Rumpf eintritt. Dann Vorsicht! Auch wenn das Wasser wieder durch den Lenzer-Stopfen im Spiegel abfließen kann…
  • Mastloch: Wie weit ist die Öffnung zum Oval ausgeleiert? Was fürs Spaßsegeln bedeutungslos ist, könnte bei der Regatta ein Trimm-Problem werden. Abwägen!
  • Drehen Sie das Boot auf den Kopf und untersuchen Sie den Rumpf auf Kratzer. Die meisten Gebrauchtboote werden leichtere Kratzer aufweisen, die problemlos ausgespachtelt werden können. Vorsicht bei tieferen Kratzern oder größeren, bereits ausgespachtelten Flächen. Normalerweise sind Kratzer für den Spaßeinsatz kein Hindernis, bei Regattabooten jedoch der Grund für das «Quentchen weniger Speed». Abwägen!

Mast

  • Laser-Neulinge: Wundern Sie sich nicht, zwei Laser-Mast-Teile werden ineinander gesteckt!
  • Der Laser wird in drei Rigg-Varianten gesegelt: Standard, Radial und 4.7. (bezieht sich auf die Segelgröße am Mast). Die Varianten unterscheiden sich an den Mastunterteilen. Achten Sie darauf! Nicht dass Sie als angehender 85-Kilo-Standard-Segler ausschließlich ein Radial-Rigg erwerben! Sollten Sie ein Boot mit mehreren Rigg-Varianten vor sich haben, ist dies unbedingt von Vorteil und wertsteigernd. Noch besser, wenn das adäquate Segel mitgeliefert wird!
  • Achten Sie darauf, dass keine Knick-Beule in einem der beiden Aluminium-Mast-Teile zu erkennen ist. Verhandlungsgrund! Achtung: Das 4.7-Unterteil ist bereits leicht gebogen ;)
  • Etwaig ausgefranste Mastpfropfen (Hartplastik) mit «Spiel» sollten kein Hinderungsgrund sein. Die sind einfach einzunieten.

Segel

  • Es gibt drei Laser-Segel-Größen: Standard=7,07m2, Radial= 5,7m2 und 4,7=4,7m2.
  • Laser-Greenhorns: Das Segel eignet sich NICHT als Referenzpunkt für die Qualität des gesamten Bootes. Laser-Regatta-Segel sind meist schon nach zwei Saison «labberig» und aus der Form. Vor allem das Standard-Segel erinnert of selbst als neues Segel an einen Lappen. Das kleinere Radial-Segel ist grundsätzlich besser geschnitten und letztendlich haltbarer in der Form. Das neue Radial-Standard-Segel (besser geschnitten, aber nicht schneller als herkömmliche Standard-Segel) ist auf dem Gebrauchtmarkt derzeit nur extrem selten erhältlich.
  • Achten Sie auf die Lattentaschen. Diese leiern schnell am Zuggummi aus – eventuell Verhandlungsgrund.

Schwert, Ruder, Pinne

  • Schwert und Ruder sollten gerade sein und keine Macken haben. Beide neigen bei schlechter Lagerung und großer Hitze dazu, an den Spitzen zu verbiegen. Bis zu einem gewissen Grad ist das reparabel, könnte aber auch ein Grund zum Handeln sein! Im Umkehrschluss ist beispielsweise ein fast neues Schwert und/oder Ruder eine echte Aufwertung des gebrauchten Bootes!
  • Pinne aus Karbon ist cool, spart ein wenig Gewicht, ist aber zum Spaßsegeln keineswegs notwendig. Wer regattatechnisch vorne mitmischen will, braucht die Karbon-Version.

Ausstattung

  • Ist das angebotene Boot vorn vornherein mit der XD-Ausstattung versehen oder wurde diese nachgerüstet, ist dies eine klare Aufwertung des Bootes: Klemmen und Umlenkrollen für Cunningham und Unterliekstrecker sowie vollständige Baumniederholer-Komponente! Falls nicht – wieder ein Grund zum Handeln. Die entsprechenden Komponenten werden im Fachhandel (für teuer Geld) angeboten, sind einfach zu montieren und erleichtern das Laser-Segeln enorm!
  • Oberpersenning und Unterwasserschiff-Persenning sind meist bei Regattabooten dabei – zumindest die Oberpersenning darf auch bei Spaßbooten nicht fehlen! Aber Achtung: Die Persenning hält meistens sowieso nicht mehr als 2-3 Jahre – an ihr sollte ein Kauf also nicht scheitern!
  • Als Slipwagen sind die modernen Alu-Versionen, speziell für Laser gebaut, vorzuziehen. Alte, meist selbstgebastelte Varianten sind nur selten zum Transport geeignet.

Wie gesagt: Es gibt nur wenige Laser auf dem Gebrauchtmarkt. Und wenn doch welche auftauchen, stürzen sich meist eine Menge Leute darauf. Bei boat24.com werden Sie dennoch in allen Preiskategorien fündig – happy Laser!

Übrigens, wer den ultimativen Laser-Spaß erleben will, kann sich unter seinen gebrauchten Laser ein Foil-Kit hängen. Aber das ist wieder eine ganz andere Story.

Und foilen kann man mit der Kühlschranktür auch Und foilen kann man mit der Kühlschranktür auch © International Laser Class Association

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Segeln

Autor

Michael Kunst

Geschrieben von

Michael miku Kunst (60) ist seit mehr als 35 Jahren als Sportreporter unterwegs. Waren es in jungen und knackigen Jahren eher Ausdauersportarten, die ihn in die hintersten Ecken unseres Planeten lockten, sind es heute mehr oder weniger verrückte Segelboote auf den Ozeanen und Binnenmeeren, die ihn faszinieren.
In mikus Flotte befinden sich u.a. ein 25 Jahre junger Laser Standard und ein etwas ausgeleierter Mini 6.50 Prototyp (No. 247), mit dem er vor Lorient auf dem Atlantik unterwegs ist.

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