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Segeln im Film

Autor: Michael Kunst
  

Ist die Wetterlage eher ungemütlich, das Boot winterfest verpackt, und die heimische Popcornproduktion läuft auf Hochtouren…dann ist Film-Zeit in unseren Gefilden.

Segeln im Film
Spielfilm-Tipps für Winter-Couch-Potatoes

Für alle, die auch im Winter den Kanal nicht voll kriegen können von der Segelei, haben wir die schönsten, spannendsten und berührendsten Filme zusammengestellt, bei denen ein Boot, eine Yacht oder kurz: ein Schiff unter Segeln eine gewisse Rolle spielen. Oder sie sind sogar der Star des Streifens.

Die Reihenfolge der Kurzvorstellungen soll nicht als Wertung verstanden werden.

Waterworld Waterworld

Waterworld (1995)

US-amerikanischer Fantasy-Film mit Kevin Kostner in der Hauptrolle. Der Film spielt in einem Endzeitszenario, das durch plötzliches Abschmelzen der Polkappen entstand, was wiederum den gesamten Planeten Erde unter Wasser setzte. Den gesamten Planeten? Nein, irgendwo in den unendlichen Weiten der See soll es eine Insel mit dem sinnigen Namen Dryland geben, nach der Mutant Kevin Kostner (bewehrt mit Kiemen hinter den Ohren) auf seinem Trimaran sucht.

Der wiederum ist der heimliche Star des bis dato teuersten Films aller Zeiten (180 Mio Dollar Produktionskosten). Für die aufwändigen Aufnahmen vor Hawaii wurden zwei Trimarane von Jeanneau Advanced Technologies in Frankreich gebaut, die von den Film-Requisiteuren unterschiedlich «umgebaut» wurden. Jeder Trimaran ist 18 Meter lang und wurde segelfertig ans Set geliefert. Eine der beiden Versionen erreichte (vor den Fantasy-Umbauten) mit professionellen Seglern Spitzen von 30 Knoten Geschwindigkeit.

  • Unsere Meinung: Sehr sehenswerter Filmspaß mit schier unglaublichen Segel-Action-Szenen. Was man mit einem Trimaran nicht alles machen kann!

All is lost All is lost

All is lost (2014)

Modernes Hochseedrama mit einem fantastischen Robert Redford in der Hauptrolle. Alles geht schief auf der 39-Fuß «Virginia Jean»: Der herausragend schauspielernde Redford rammt auf hoher See einen Container, wird während der Reparaturarbeiten am Rumpf von einem Sturm überrascht und muss schließlich von seiner Rettungsinsel aus zusehen, wie die Yacht versinkt. Kein Film wurde in den letzten Jahren unter Seglern heftiger diskutiert als dieses Einhand- und Ein-Schauspieler-Drama. Viele Segler unter den Zuschauern des erfolgreichen Films wollen grobe segelspezifische Fehler ausgemacht haben. Ob das so stimmt? Überzeugt Euch selbst…

  • Unsere Meinung: Für alle, die sowieso schon auf den Sieben Meeren unter Segeln unterwegs sind und für solche, die unbedingt noch einen Grund brauchen, genau dies nicht zu tun!

Bon Voyage Bon Voyage

Bon Voyage (2016)

Der jüngste Film in unserer kleinen Sammlung. Ein Kurzfilm (21 Minuten) aus Schweizer Produktion, der bereits reihenweise Auszeichnungen bei internationalen Filmfestivals gewonnen hat.

Ein Schweizer Paar stößt auf seiner Segelyacht nachts auf ein hoffnungslos überladenes Schiff mit Flüchtlingen an Bord. Erste Reaktion des Skippers: nur weg hier. Nach Protest seiner Frau lassen sie einige wenige Flüchtlinge an Bord, die kurz darauf die Kontrolle über das Boot übernehmen. Die Schweizer rufen schließlich die lybische Küstenwache zu Hilfe – ein fataler Fehler!

  • Unsere Meinung: Kompakter, spannungsgeladener «Segel»-Film zu einem aktuellen, vor allem aber brisanten Thema. Unbedingt anschauen.

Der Film wird derzeit noch nicht kommerziell vertrieben, läuft nur auf Festivals. Auf der Website wird bekannt gegeben, wann der Kurzfilm verkäuflich sein wird.

Turning Tide Turning Tide

Turning Tide – Zwischen den Wellen (2013)

Französischer Spielfilm mit Francois Cluzet und Mano Ixha in den Hauptrollen. Kurz nach dem Start der Vendée Globe rammt Favorit Frank Drevil vom Team DCNS mit seiner IMOCA ein UFO und muss einen Hafen in Nordafrika zur Reparatur anlaufen. Als er kurze Zeit später wieder ablegt und dem Vendée Globe-Feld hinterher eilt, stellt Cluzet fest, dass er einen blinden Passagier an Bord hat. Wohl wissend, dass dies zur Disqualifikation führen kann, hält er den jungen Marokkaner vor der Rennleitung geheim…

  • Unsere Meinung: Ein Spielfilm rund um die Vendée Globe, der auf der IMOCA DCNS 1000 gedreht wurde und faszinierende Segelaufnahmen an Bord des VG-Renners liefert. Herausragende Schauspielkunst beider Akteure: Superstar Cluzot versteht es, den jungen Samy Seghir gefühlvoll in Szene zu setzen. Ein toller, emotionsgeladener und aufgrund der authentischen IMOCA-Aufnahmen echter Segel-Film!

Todesstille Todesstille

Dead Calm / Todesstille (1989)

Der australische Spielfilm basiert auf dem Roman «Tödliche Flaute» Charles Williams. Mit Nicole Kidman, Sam Neill und Billy Zane.

Ein australisches Ehepaar verbringt nach dem Verlust seines Kindes eine längere Zeit auf seiner Yacht. Auf hoher See treffen sie auf einen havarierten Schoner, von dem aus ein Mann in einem Beiboot auf sie zu rudert. Kaum an Bord, berichtet der, dass die restliche Mannschaft des Schoners an einer Lebensmittelvergiftung gestorben sei. Der Yacht-Skipper lässt seine Frau mit dem Schiffbrüchigen alleine, rudert zu dem halb gesunkenen Schoner, wo er entdeckt, dass die Mannschaft ermordet wurde...

  • Unsere Meinung: Ein fesselnder Hochsee-Thriller, der bis zur letzten Minute in der klaustrophobischen Enge der beiden Schiffe enorme Spannung aufbaut. Ein Klassiker unter den Hochsee-Segelfilmen – und Nicole Kidman in jungen Jahren ein absolutes Muss!

Wind Wind

Wind (1992)

Der amerikanische Spielfilm mit Schönling Matthew Modine in der Hauptrolle gilt unter Seglern längst als «schönster America’s-Cup-Spielfilm mit nullkommanull Handlung».

  • Unsere Meinung: Muss man als Segler unbedingt gesehen haben! Nicht nur um zu sehen, was Hollywood aus dem Stoff so alles hinzwurbelt, vor allem die Segelszenen mit den America’s Cuppern aus der «guten alten Zeit der Monorumpfer» und den 14-Footern sind herausragend, der Plot ist jedoch schlicht eine Katastrophe. Sehr geeignet als «Vorfilm» zu einem der gehaltvolleren Segelfilme.

Master and Commander Master and Commander

Master and Commander (2003)

Kostümfilm mit Russell Crowe, Paul Bettan und James D’Arcy in den Hauptrollen.

Im Prinzip geht es um die Welt der britischen Marine zur Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert. Das beeindruckend aufwändig inszenierte Seefahrerabenteuer entführt uns detailgetreu in die Welt der großen Schlachten und monatelangen Verfolgsjagden auf hoher See. Die historische und seglerische Detailgenauigkeit, die visuellen Effekte des Films werden allseits gelobt – kein anderer Spielfilm schafft es, das Leben an Bord der großen Fregatten so authentisch wiederzugeben.

Das im Film hauptsächlich genutzte Schiff ist eine Nachbildung des britischen Kriegsschiffes HMS «Rose». Eine 1:1-Kopie wurde außerdem in einem künstlichen Wasserbecken auf schwenkbaren Auslegern errichtet, um Action- und Kampfszenen aus allen Blickwinkeln aufnehmen zu können.

  • Unsere Meinung: Mit Master and Commander gelingt es Regisseur Peter Weir, selbst erfahrene Salzbuckel in ein neues Segel-Universum zu entführen. Unabhängig von der spannenden und intelligenten Handlung, ist der Film schon aufgrund seiner hervorragenden Segelszenen ein echter Leckerbissen. Nicht nur für historisch interessierte Segler.

Kon Tiki Kon Tiki

Kon Tiki (2012)

Der norwegische Spielfilm zeichnet mit berauschenden Bildern die Reise der berühmten Kon-Tiki-Expedition im Jahre 1947 nach. Der Norweger trieb unter Segeln auf dem Balsa-Floß Kon Tiki mit seiner fünfköpfigen Crew von Callao/Peru im Humboldtstrom nach Polynesien und bewies so, dass eine Besiedlung der Inseln mitten im Pazifik von Südamerika aus möglich war.

Das Floß brauchte 101 Tage für die 3.770 Seemeilen lange Strecke, während der sich die Besatzung nahezu ausschließlich von getrockneten Früchten, Kokosnüssen, Flaschenkürbissen, Wurzelgemüse und Fisch ernährte.

  • Unsere Meinung: Die Naturaufnahmen in dem Film sind fantastisch, der tägliche Überlebenskampf an Bord wird eindrucksvoll dargestellt. Auch wenn das Floß mehr treibt als segelt – für Skipper, die wissen, dass es hinterm Horizont weitergeht, ein absolutes «Muss».

Moby Dick Moby Dick

Moby Dick (2015)

Der Warner Blockbuster mit Chris Hemsworth in der Hauptrolle beschreibt die wahre Geschichte aus dem Winter 1820, als die Besatzung des amerikanischen Walfängers «Essex» einen Angriff eines weißen Wal erlebt. Die authentische Schiffskatastrophe inspirierte Herman Melville zu seinem Roman «Moby Dick». «Herzen der See» zeigt den qualvollen Überlebenskampf der verbliebenen Besatzung, der die verzweifelten Seemänner dazu bringt, Unvorstellbares zu tun.

  • Unsere Meinung: Die authentische Bildsprache bringt die damalige Welt der Walfänger auf hoher See so nahe wie selten ein Film, der im historischen Segelschiff-Zeitalter spielt. Das Meer ist der Star. Wen es nicht stört, dass die Buch-Vorlage keine große Rolle spielte und auch die tatsächlichen Geschehnisse wenig genau wiedergegeben werden, der wird von den kraftvollen Action-Szenen auf See beeindruckt sein.

Alle Filme sind als DVD (gebraucht und neu) auf den einschlägigen Verkaufsportalen erhältlich, die meisten zudem als Stream bzw. Download online verfügbar.

Thema

Segeln

Autor

Michael Kunst

Geschrieben von

Michael miku Kunst (60) ist seit mehr als 35 Jahren als Sportreporter unterwegs. Waren es in jungen und knackigen Jahren eher Ausdauersportarten, die ihn in die hintersten Ecken unseres Planeten lockten, sind es heute mehr oder weniger verrückte Segelboote auf den Ozeanen und Binnenmeeren, die ihn faszinieren.
In mikus Flotte befinden sich u.a. ein 25 Jahre junger Laser Standard und ein etwas ausgeleierter Mini 6.50 Prototyp (No. 247), mit dem er vor Lorient auf dem Atlantik unterwegs ist.

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