Keine Sonnenliege für Ibiza-Schönheiten, keine 40 Knoten Höchstspeed für die testosterongeschwängerte Tour in die nächste Badebucht: Succes-Motoryachten wurden vor allem dafür gebaut, lange und komfortabel unterwegs zu sein. Stahlrumpf, sparsamer Diesel, viel Wohnraum und moderate Abmessungen machen die niederländischen Cruiser besonders für Flüsse, Kanäle und ausgedehnte Binnenreisen interessant.
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Niederländische Stahlkreuzer für die lange Tour
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Succes
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Von Amsterdam nach Paris, weiter über Rhône und Saône ans Mittelmeer? Mit dem Boot durch Belgien oder über deutsche Flüsse und Kanäle bis zur Ostsee? Bei diesen Themen trumpfen Succes-Yachten auf. Sie sind keine ausgesprochenen Schönheiten und wollen es vielleicht auch gar nicht sein. Dafür bieten sie auf zehn oder elf Metern erstaunlich viel Platz und ein Fahrkonzept, das zu langen Etappen bei gemütlicher Geschwindigkeit passt.
Stahl statt Tempo
Viele der bekanntesten Succes-Modelle wurden komplett aus Stahl gebaut. Typisch sind Knickspantrümpfe, relativ breite Aufbauten, ein großes Achterdeck und häufig eine Achterkabine.
Das kostet Geschwindigkeit, macht aber echte Fahrtenboote aus. Eine Succes 108 Ultra beispielsweise ist 10,80 Meter lang und 3,65 Meter breit. Ein einzelner Dieselmotor genügt für den vorgesehenen Einsatz vollkommen. Auch die Succes 115 Ultra folgt diesem Prinzip. Auf 11,50 Metern Länge entstanden zwei Kabinen, Salon, Pantry und Nasszellen – Dimensionen, mit denen zwei Personen problemlos längere Zeit an Bord leben können.
Unter Brücken hindurch
Bei einem niederländischen Stahlkreuzer ist eine Zahl mitunter interessanter als die Motorleistung: die Durchfahrtshöhe. Antennen, Navigationslichter und andere Technik sitzen bei vielen Succes auf einem klappbaren Geräteträger. Vor einer niedrigen Brücke wird er einfach umgelegt – auf europäischen Binnenrevieren ein durchaus wichtiger Teil der Bordtechnik. Das erweitert den Aktionsradius erheblich. Europas Binnenwasserstraßen bestehen schließlich nicht nur aus Wasser, es spannen sich auch erstaunlich viele Brücken über sie.
Ein kleines Apartment mit Dieselmotor
Das Raumkonzept gehört zu den eigentlichen Stärken der Marke. Salon, Pantry, Dinette und Achterkabine verteilen sich über mehrere Ebenen. Große Tanks und reichlich Stauraum unterstreichen den Fahrtencharakter. Viele Modelle besitzen zudem einen Innen- und Außensteuerstand. Bei gutem Wetter wird vom Achterdeck gefahren, bei Regen von drinnen. Bug- und bei jüngeren beziehungsweise nachgerüsteten Booten auch Heckstrahlruder erleichtern das Manövrieren der schweren Stahlkreuzer.
108, 115 und eine ziemlich große Familie
Succes baute über Jahrzehnte eine ungewöhnlich breite Palette. Zu den häufig anzutreffenden Baureihen gehören 850, 880, 950, 980, 1000, 1050, 108, 115, 125 und 135. Dazu kamen zahlreiche Varianten mit Bezeichnungen wie Sport, Ultra, OC, AC oder Ascona.
Besonders bekannt wurden die Succes 108 und 115. Die 115 erschien in unterschiedlichen Versionen und wurde über viele Jahre weiterentwickelt. Oberhalb davon bot die Werft mit 125, 135 und 145 auch deutlich größere Fahrtenyachten an.
Daneben existierten unter dem Succes-Dach beziehungsweise bei den späteren Betreibergesellschaften weitere Modellfamilien wie Marco Motoryachts. Nicht jede Succes ist deshalb automatisch ein stählerner Verdränger; gerade auf dem Gebrauchtmarkt lohnt der Blick auf das konkrete Modell.
Eine Marke mit wechselvoller Geschichte
Succes Yachts wurde in Marknesse in der niederländischen Provinz Flevoland zu einem bekannten Hersteller von Motor- und Stahlkreuzern. Die Marke entwickelte sich vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren und brachte zahlreiche Baureihen auf den Markt. Später wurde die Unternehmensgeschichte komplizierter. 2006 übernahm Yachtbouw 2000 die Succes-Werft in Marknesse und verlegte seine Fertigung dorthin. Neben Succes wurden zeitweise auch andere Marken und individuell konfigurierte Motoryachten gebaut.
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Bei einer älteren Stahlmotoryacht steht naturgemäß der Rumpfzustand weit oben auf der Prüfliste. Korrosion, Beschichtung, Unterwasserschiff und schwer zugängliche Bereiche sollten sorgfältig kontrolliert werden. Eine professionelle Ultraschallmessung der Stahlstärken kann bei älteren oder auffälligen Booten sinnvoll sein.
Succes auf einen Blick
- Herkunft: Niederlande
- Werftstandort: Marknesse, Flevoland
- Bootstyp: Motor- und Stahlkreuzer, überwiegend Verdränger/Fahrtenyachten
- Rumpfmaterial: vorwiegend Stahl
- Typisches Konzept: viel Wohnraum, Achterkabine, großes Achterdeck
- Revier: Binnengewässer, Flüsse und Kanäle, küstennahe Fahrt
- Antrieb: überwiegend Diesel-Innenborder mit Wellenanlage
- Besonderheit: vergleichsweise geringe Durchfahrtshöhe, häufig klappbare Geräte- und Antennenträger
- Bekannte Baureihen: 850, 950, 1000, 1050, 108, 115, 125, 135
- Varianten: unter anderem Ultra, Sport, AC, OC und Ascona
- Heute: vor allem als Gebrauchtboote auf dem Markt
