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Meercedes ahoi!

Autor: Michael Kunst
  

Das neueste Spielzeug für verwöhnte Daimler-Liebhaber heißt „Arrow 460 Gran Tourismo“ und wurde unlängst in Nizza zu Wasser gelassen. Auch andere europäische Automobilmarken haben sich längst dem Wassersport verschrieben und gehen mit ihren Booten baden. Was bitte nicht wörtlich zu nehmen ist.

Meercedes ahoi!
Meercedes Arrow ©Daimler

Mobilität ist ein Thema, das viele Bereiche einschließt. So haben die Automobil-Hersteller, erklärtermaßen Antrieb unserer mobilen Gesellschaft, schon seit geraumer Zeit andere Mobilitätsbereiche in ihr Programm aufgenommen. Längst ist es der Kunde beispielsweise gewöhnt, dass edle, filigrane Rennräder neben dem Sportwagen oder bullige Mountain Bikes gemeinsam mit dem SUV angeboten werden. Was jedoch nur wenigen bekannt ist: Auch im Wassersport wollen die Autohersteller Aufsehen erregen.

Imagefördernde Prestige-Objekte

Wohlgemerkt: Aufsehen erregen. Denn einen echten Geschäftszweig will eigentlich kein Auto-Unternehmen daraus machen. Lediglich Rolls Royce konnte bisher Motor-Einzelanfertigungen in einer relativ langen Reihe von Super- und Megayachten unterbringen und damit wohl Gewinne einfahren. Alle anderen betrachten ihre Abenteuer im Wassersportbereich eher als imagefördernde Prestige-Projekte mit relativ hohem Spaßfaktor. Den man sich allerdings leisten können sollte.

So wurde kürzlich an der Cote d’Azur die „S-Klasse der Meere“, die „Arrow 460 Gran Tourismo“ auf Jungfernfahrt geschickt. Stilecht brauste sie die Cote d’Azur entlang und bot sich als nettes Spielzeug für all’ die Autofahrer an, die es satt haben, immer nur in Serpentinen echten Fahrspaß zu erleben oder sich auf Straßen in vorgegebene Richtungen zu bewegen.

Die Stuttgarter Autobauer haben sich wohlweislich genau in den Bereichen eingebracht, wo sie auch wirklich Ahnung vorweisen können. Nämlich beim Design – was wiederum auch der Grund ist, warum die „Arrow“ einem Silberpfeil, zumindest aber einer S-Klasse auf dem Wasser sehr ähnelt.

Wer nun glaubt, auch Daimler-Motoren müssten in so einen Rennhobel zur See fahren, der irrt. Lieber verließen sich die Autobauer mit dem Stern auf Bewährtes und ließen zwei Sechszylinder Dieselmotoren von Yanmar einbauen, die zusammen satte 960 Pferdestärken entfesseln, die bei ruhiger See etwa 40 Knoten Höchstgeschwindigkeit erreichen.

Die britische Werft Silver Arrows Marine hat sich um die Konstruktionspläne gekümmert, eine Schweizer Werft in der Nähe von Lausanne diesen „Meercedes“ auf Kiel gelegt und heraus kam ein echtes Prestige-Objekt. 14,14 Meter lang, knapp vier Meter breit, 13,5 Tonnen Verdrängung und genügend luxuriös ausgestatteter Raum für bis zu zehn Passagiere an Bord.

Für das in Häfen oder Badebuchten mitunter als wichtig empfundene „Terrassenerlebnis“ lassen sich die Seitenscheiben einfahren und die Lichtdurchlässigkeit der gesamten Verglasung per Knopfdruck regeln. Sehen und gesehen werden.

Weinkeller auf Höhe Kielschwein

Nasszelle, Umkleidekabinen, Schlafgelegenheiten und, noblesse oblige, ein Weinkeller im Rumpf (dort, wo’s kühl bleibt) sind Standard auf dem Mercedes-Pfeil. Da überrascht es kaum, dass man ungefähr 2,5 Millionen Euro für den Benz-Gleiter ausgeben muss. Das sind offenbar Kinkerlitzchen für gewisse Daimler-Fans: Bereits zehn „Arrows“ wurden bestellt und sollen bis Ende 2017 ausgeliefert werden.

„Just a bit“ sportlicher geht es gemeinhin bei Aston Martin zu. Dort gönnt man den Luxus-Gefährten auf Rädern gerne noch ein paar Extra-PS oder ein wenig mehr snobistische Raffinesse. Warum soll es also bei den Aston-Martin-Yachten anders sein?

Die AM 37 ist ein buchstäbliches Powerboat und kann in der Top-Motorisierung (1040 PS) bis zu 52 Knoten schnell werden. Über Verbrauchswerte bei solchen Geschwindigkeiten schweigt man sich britisch-lässig aus.

Dafür werden James-Bond-würdige Features geboten: Das Sofa lässt sich mit ein paar Handgriffen zum Doppelbett umfunktionieren und per Knopfdruck rollt und spannt sich ein automatisches Verdeck über das Cockpit. Logisch, dass sich das Boot nur durch Fingerabdruck des Kapitäns starten lässt. Ob allerdings ein Schleudersitz eingebaut wurde, ist nicht bekannt.

Angstfrei Porsche fahren

Ein etwas älteres Sportboot-Modell mit berühmtem Automobil-Namen ist die „Fearless“ von Porsche. Auch hier haben die Autobauer „nur“ das Design beigetragen und sich ansonsten auf Wassersportspezialisten verlassen. Selbst den Motor haben sie lieber in den USA eingekauft: Die 300.000 Dollar teure, 28 Fuß lange Version „Fearless“ (angstfrei)-Version aus dem Jahre 2007 wird mit einem 525 PS Dodge Viper Kraftpaket angetrieben.

Porsche Fearless © Porsche Design Group Porsche Fearless © Porsche Design Group

Doch Porsche hat in Sachen Bootsbau noch deutlich was „draufgelegt“. Gemeinsam mit der Luxus-Yacht-Werft Royal Falcon in Singapur legte die Porsche Design Group eine echte Mega-Yacht auf Kiel. Der Katamaran RFF 135 ist 41 Meter lang und 12,5 Meter breit, verbraucht im Durchschnitt 750 Liter Treibstoff pro Stunde, dann wurde sie aber mit ihren 2 x 4.600 PS noch nicht auf die Höchstgeschwindigkeit von 35 Knoten gepuscht. Das Tankvolumen erlaubt übrigens eine Reichweite von 2.000 Seemeilen, bei 30 Knoten Geschwindigkeit.

Porsche RFF 135 © Porsche Design Group Porsche RFF 135 © Porsche Design Group

Ein Schlauchboot von Lancia

Schon in den Siebziger Jahren baute Lancia – damals eine höchst prestigeträchtige Automarke, die vor allem die Schönen und Reichen begeisterte – adäquate Rennboote für den Edel-Spaß auf dem Wasser. Eine eigene Klasse schufen die Lancia-Ingenieure mit der „Flaminia“. Sie waren mit Lancia V6-Motoren ausgestattet und galten als das Nonplus-Ultra des Powerboating.

Heutzutage warten sie mit einem Luxus-Schlauchboot auf, das nur 80 cm Tiefgang aufweist und weniger auf den reinen Speed, als auf eine Mischung aus „Auffallen um jeden Preis“, Spaßcruising und Familienkutsche für Begüterte ausgerichtet ist.

Ausgestattet mit zwei Common-Rail-Dieselmotoren bringt es der „Martini“-Racer (die italienische Cocktail-Marke trat tatsächlich als Sponsor auf) auf immerhin 1120 PS, die den Lancia-Renner aus der Werft „Sacs“ mit immerhin 100 km/h über die Wasser gleiten lässt. Allerdings ließ Lancia, soweit bekannt, nur diesen einen Prototypen bauen. Offenbar wollten potentielle Kunden nicht Aberhunderttausende für ein Schlauchboot ausgeben.

BMW und Bavaria

Die BMW-Tochter Designworks, ein „Thinktank“ für die gesamte BMW-Gruppe und aktiv in allen BMW-Produktionsbereichen, hat mit der vergleichsweise konventionell anmutenden „Deep Blue 46“ ebenfalls bereits vor Jahren auf sich aufmerksam gemacht. Realisiert wurde die 14,20 Meter lange und 4,45 Meter breite „Sportyacht“ mit 840 PS Vortrieb seinerzeit noch von Bavaria und sollte eigentlich in Serie gehen, doch dann folgten gewisse Problemzeiten bei der damals noch größten Werft Europas…

Natürlich können wir an dieser Stelle nicht allen Automobilherstellern Europas gerecht werden, die jemals in Motorboote ihr Herzblut fließen ließen. So sei nur am Rande die AMG Yacht Concept Cigarette mit Electric Drive und 2.252 PS erwähnt. Oder das Rive Aquarama mit 700 PS starken Lamborghini-Motoren.

AMG Cigarette Powerboat, 202 km/h © AMG AMG Cigarette Powerboat, 202 km/h © AMG
Riva mit Lamborghini Motor © Riva Riva mit Lamborghini Motor © Riva

Oder Konzeptionen und Entwürfe im Auftrag großer und/oder namhafter Automobil-Unternehmen, von denen wohl nie jemals eines gebaut wird, aber nach wie vor Freunde ausgefallener Mobilität zum Träumen bringt. Wie etwa das Bugatti Veyron Sang Bleu Yacht Concept, der Audi-Trimaran, die Lamborghini-Yacht von Mauro Lecchi oder das Jaguar Concept Speedboat.

Bugatti Design Project © Bugatti Bugatti Design Project © Bugatti
Audi Trimaran © Audi Audi Trimaran © Audi
Lamborghini Yacht Mauro Lecchi © Lamborghini Lamborghini Yacht Mauro Lecchi © Lamborghini
Jaguar © Jaguar Jaguar © Jaguar

Alle Yachten können jedenfalls auf einen gemeinsamen Nenner verweisen: Sie stehen für kompromisslose Innovationen, faszinierenden Ideenreichtum, bedingungslosen Luxus und schieren Speed. Auch wenn sie nichts als Träume für uns Autofahrer und Bootsliebhaber bleiben werden…

Wer sich jedoch eine gebrauchte luxuriöse Motoryachte im oberen Preissegement (250 - 500.000 Euro) leisten möchte, der ist bei boat24.com mit seiner enormen Auswahl buchstäblich goldrichtig.

Autor

Michael Kunst

Geschrieben von

Michael miku Kunst (60) ist seit mehr als 35 Jahren als Sportreporter unterwegs. Waren es in jungen und knackigen Jahren eher Ausdauersportarten, die ihn in die hintersten Ecken unseres Planeten lockten, sind es heute mehr oder weniger verrückte Segelboote auf den Ozeanen und Binnenmeeren, die ihn faszinieren.
In mikus Flotte befinden sich u.a. ein 25 Jahre junger Laser Standard und ein etwas ausgeleierter Mini 6.50 Prototyp (No. 247), mit dem er vor Lorient auf dem Atlantik unterwegs ist.

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