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Reif für die Insel?

Autor: Erdmann Braschos
  

Seit Noahs Zeiten gibt es das Bedürfnis nach der Arche. Nach dem ultimativen Schiff für Familie, Freunde und die wichtigsten Tiere. Heute geht es weniger um die Sintflut, als um den Traum von Freiheit auf dem Wasser. Deshalb denkt sich die Menschheit immer neue Boote aus. Kleine und große, schmale oder breite, gemütliche oder schnelle schwimmende Untersätze aller Art.

Reif für die Insel?
"Wally Island" © Wally

Einer, der sich mit den archetypischen Bedürfnissen des Menschen auskennt, ist der monegassische Yachtentwickler Luca Bassani. Der Schöpfer der Marke Wally wurde mit Booten groß. Nachdem er sich zum Thema schnell mit einigen Segel- und Motoryachten ausgetobt hatte wandte Bassani sich der Arche zu.

Vor einer Weile präsentierte er das Konzept seiner „Wally Island“. Einen Privat- und Luxusfrachter für den ultimativen Ausstieg vom Landleben. Bassani hatte an alles gedacht. Auf den tausend Quadratmetern des Hauptdecks war vorn ein Pool vorgesehen und dahinter ein Garten mit Rasen und Palmen. „Ich vermisse in den Häfen immer das Grün. Außerdem wäre es herrlich, einen kleinen Kräutergarten für frisch geerntete Gewürze an Bord zu haben“ erläuterte der gebürtige Italiener seine Idee.

Auf dem Achterdeck sah Bassani Platz für interessante Beiboote wie den Wallytender und Spielzeuge für schöne Stunden unter Segeln. Die Privatarche sollte auf mehreren Decks Platz für 12 bis 24 Personen bieten. Im Towerartigen Aufbau achtern war eine Etage für die Eignerkabine vorgesehen. Es gibt bekanntlich nichts schöneres, als morgens mit Blick über Palmwedel aufs Meer zu blinzeln.

Das Konzept wurde als Aprilscherz gesehen, oder - typisch Wally - als „durchgeknallt“, weil zu weit vom Üblichen entfernt missverstanden. Dabei wäre die schwimmende Palmenoase ein Kontrast zu all den immer gleichen weißen Motoryachten mit ausgekragtem Bug, windschnittigen Aufbauten und rundgelutschten Fenstern geworden.

Doch war die „Wally Island“ sogar noch konventionell verglichen mit Bassanis nächstem Wurf. Mit der „Why“, der Wally-Hermès-Yacht legte Bassani später in Zusammenarbeit mit dem Pariser Edeltäschner Hermès noch einen drauf. Hier trieb Bassani seine Vision von der schwimmenden Insel mit einer deltaförmigen Form weiter. Ihm schwebte eine etwa dreieckige Plattform „mit unglaublich viel Platz“ vor. Die Lobby, die man sich am besten als lichtdurchflutetes Foyer einer Oper oder eines mondänen Hotels vorstellt, sollte Zugang zu den zum Heck hin panoramaverglasten Zimmern mit großzügiger Heckterrasse bieten.

„WHY - mit unglaublich viel Platz“ © Wally „WHY - mit unglaublich viel Platz“ © Wally

Dank der enormen Breite wäre das Gefährt mit seiner stabilen Schwimmlage einer Insel recht nahe gekommen. Dennoch wäre die „Why“ keine Immobilie sondern schon noch ein Schiff, eine Yacht geworden. Die 2.400 t sollten voll beladen 3,50 m tief reichen. Die dieselelektrischen Antriebe hätten das Gefährt mit 12 Knoten Reisegeschwindigkeit und maximal 14 Knoten bewegt. Obwohl Bassani der Phantasie seiner Zeitgenossen mit einem gigantischen 1:1 Modell aus Holz auf die Sprünge half, wurde die Idee bislang nicht realisiert.

Dabei ist die „Why“ gar nicht so phantastisch wie sie auf den ersten Blick erscheint. Sie interpretiert die meist stationär, von ihrem Eigner als Wochenendhaus und Rückzugsmöglichkeit genutzte große Motoryacht nur konsequent auf die üblichen Bordlebens-Bedürfnisse hin.

So ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich ein unkonventioneller Eigner solch eine individuelle wie exklusive Rückzugsmöglichkeit vom Landleben bauen läßt. Wer es nun zuhause etwas großzügiger gewohnt ist, möchte halt auch auf seiner Arche Platz haben. Für die Familie, Freunde und vielleicht auch den Hund.

Wally Island: Länge 99,05 m, Breite 18 m, Tiefgang 4 m, Verdrängung halb beladen 2.730 t, dieselelektrischer Antrieb mit zwei 3.300 PS Azipods, Reisegeschwindigkeit 16 kn, 750.000 l Diesel, 15.000 sm Reichweite bei Reisegeschwindigkeit. zwei 322 PS Bugstrahlruder, vier Stabilisatoren. Konzept von 2006.

Why: Länge 58 m, Breite 38 m, Tiefgang (voll beladen) 3,50 m, Verdrängung 2.400 t, dieselelektrischer Antrieb 2 x 3.300 PS, Reisegeschwindigkeit 16 kn, Spitzengeschwindigkeit 14 kn, Reichweite 12.000 sm, Konzept von 2009, Kosten circa 70 Millionen Euro

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Autor

Erdmann Braschos

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Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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