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Sunseeker: Geschüttelt, nicht gerührt!

  

Sunseeker ist eine „very british“-Bootswerft, wie sie im Bilderbuch steht. Obwohl sie längst von einem chinesischen Konsortium geschluckt wurde. Doch alte, englische Klasse mit einem gewissen Gentleman’s Faible für richtige Power unterm Hebel, wird seit den Sechziger Jahren bis heute in jeder Sunseeker Motoryacht erwartet und also auch angetroffen. Über alles andere wäre man „not amused“.

Sunseeker: Geschüttelt, nicht gerührt!

Es ist typisch für eine Motorboot-Werft mit mittel- bis hochpreisigen Yachten im Angebot, dass ihr Image nicht etwa durch herausragende Qualität oder verlässliche Leistung geprägt wurde – obwohl Sunseeker beides in höchstem Maße zu bieten hat – sondern durch nette Anekdoten und Randnotizen der Geschichte.
Bei Sunseeker trifft das zum Beispiel auf die immer wieder stolz erzählte Geschichte von dem französischen Händler zu, der sich einen feuchten Kehricht um Bootsform und PS-Stärken scherte und nur das Eine wollte…

In den Sechziger Jahren war die britische Firma Poole Power Boats in Poole, nahe Bournemouth ein Importeur von Serienbooten aus den USA und Skandinavien. Als sich eine der US-Werften vom europäischen Markt zurückziehen wollte, ergriff man bei und in Poole die Chance und erwarb die Negativformen einiger Rümpfe. Um schließlich eine eigene Marke namens Sunseeker – etwa: Sonnenhungriger – auf den damals von Einzelbauten geprägten britischen Markt zu bringen.
Als bei deren erster Bootsshow ein französischer Händler ein gewissen Gefallen an den Booten fand und schließlich den bis heute legendären Satz sagte: „Wenn Ihr die Dinger in Weiß baut und in voller Breite über dem Achterschiff ein Sonnendeck installiert, nehme ich sie!“ Keine Frage nach den leistungsfähigen Motoren, kein Blick auf für damalige Verhältnisse unkonventionelles Design. Nein: Sonnendeck und weiße Farbe. Mehr brauchte man damals wohl nicht zum Glück und Erfolg!

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Alles eine Frage des Image

Ähnlich verhält es sich mit dem Image, das aus einem genialen, jedoch bestimmt nicht gerade preiswerten Product Placement heraus entstand. Vielen Motorbootenthusiasten dürfte mittlerweile aufgefallen sein, dass bereits in vier James Bond-Filmen formschöne Sunseeker-Yachten kraftvoll über die Leinwand brettern. Entsprechend „delighted“ fühlte sich Sunseeker-Boss Rober Braithwaite, als er zuletzt auch für den Streifen „Ein Quantum Trost“ ankündigen durfte, dass die „britischste unter den britischen Werften wieder mit Großbritanniens bekanntestem Agenten auftreten wird.“ So wird Image aufgebaut, das sich über Jahrzehnte betonfest in der Szene hält.

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Ob die Geschichte mit dem Sonnendeck wahr ist? Gegenfrage: Spielt das eine Rolle? Denn Sunseeker-Yachten entwickelten sich bald unter den Reichen und Schönen entlang der Cote d’Azur oder dem italienischen Ligurien, über Sardinien bis zu den Balearen zu einer der gefragtesten Marken überhaupt. Wobei das Image zu allen Zeiten zwar seine Rolle gespielt haben dürfte, letztendlich aber doch Design, Verarbeitungsqualität und technische Innovationsfreude für den Erfolg verantwortlich zeichneten.

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Technische Meilensteine

Tatsächlich prägte Sunseeker seit seinen ersten Markterfolgen mit einigen technischen Meilensteinen die ganze Szene. Wobei die Zusammenarbeit mit dem Luxus-Yachtkonstrukteur Don Shead eine maßgebliche Rolle gespielt haben dürfte. Das tiefe „V“ der Rümpfe ist mittlerweile zum Erkennungsmerkmal der Sunseeker-Yachten geworden und nahm gehörigen Einfluss auf die Bootsrümpfe anderer Marken.
Auch bei den Antriebsarten leistete Sunseeker reichlich Pionierarbeit. So war zum Beispiel die Offshore 28 das erste Boot in Europa mit einem Rumpf, der speziell für einen Diesel-Außenborder mit zwei Zylindern konstruiert wurde. Und die Effizienz von Duoprops, also zwei Propeller, die in entgegengesetzter Richtung rotieren, konnte man erstmals beim Nachfolgemodell Offshore 31 erleben.
Ihr folgte einige Jahre später die „Superhawk mit Arneson-Oberflächen-Heckantrieb mit fünfblättrigen, die Oberfläche durchdringenden Propellern auf verlängerten Achsen“ wie die damaligen Imageprospekte schwärmten. Die Twin 680hp V8 MAN-Einheiten waren nur halb so schwer wie die konventionell gebauten und erreichten jedoch Geschwindigkeiten bis zu 50 Knoten. Wohlgemerkt, bei einem Yacht-Gewicht von 14 Tonnen.

Anfang der Neunziger Jahre machte die Renegade 60 Furore. Als erste Serienyacht mit Wasserstrahlantrieb stieß sie bei voller Geschwindigkeit 32.000 Gallonen pro Minute aus…

Pfiffige Details innen und außen

Doch nicht nur mit schierer Power setzte Sunseeker Akzente unter den Luxusyachten. Die Comanche 40 etwa, eigentlich eine luxuriöse Familienyacht, hatte als erstes Serienboot eine Garage für den Tender und für das immer umfangreichere Wasserequipment von Daddy und den Kids. Was in den frühen Neunzigern zunächst als ein wenig blasiert und extravagant für eine Familienyacht angesehen wurde. Aber klammheimlich reichlich Zustimmung auch in anderen Werften fand.

Wobei wir wieder beim typisch Britischen angelangt wären. Denn über all die innovativen Jahre hinweg setzte sich Sunseeker immer auch als Luxuswerft mit gewissem Gentleman’s Charakter in Szene. Was letztendlich nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass Sunseeker längst ein global agierendes Unternehmen geworden ist, das den hart umkämpften, prestigeträchtigen Markt der Luxus- und Superyachten deutlich prägt(e).
Ähnlich wie in früheren Zeiten gewisse PS-starke Automarken für den britischen Flair auf den Straßen Europas sorgten, steht „Sunseeker“ mittlerweile als eine der erfolgreichsten Luxusyacht-Serienwerften bei Motoryacht-Liebhabern mit dem gewissen Anspruch hoch im Kurs. Qualität und Noblesse oblige…

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In punkto „Made in Britain“ ist man sich bei Sunseeker übrigens treu geblieben. Obwohl 2013 das Chinesische Konglomerat „Dalian Wanda Group“ mit dem Einsatz von 320 Millionen Pfund knapp 92% Anteil übernahm, wird größtenteils weiter auf dem Werftgelände in Poole produziert. Was offenbar vertraglich mit den Chinesen für die Zukunft festgelegt wurde.

Lohnenswert ist übrigens auch ein Blick auf den Sunseeker-Gebrauchtmarkt. Bei den boat24.com-Besuchern hat es Sunseeker als einzige Luxusyacht-Marke in die Top Ten der beliebtesten Motorboote geschafft (siehe: Die beliebtesten Bootsmarken). Überhaupt präsentieren sich die sonnenhungrigen Yachten mit dem siegesgewissen Lorbeerkranz als Logo ausgesprochen preisstabil. Was gut verständlich ist, denn ein nur geringer Wertverlust im Laufe der Jahre ist ein sicheres Indiz für hohe Qualität in allen Belangen. Und davon kann Sunseeker nun mal reichlich bieten: Mehr als 2.000 Mitarbeiter, vom Designer bis zum Werftarbeiter, stehen heute für höchste Schiffsbaukunst an bis zu 150 Neu-Yachten, die pro Jahr in mehr als 80 Niederlassungen in 45 Ländern verkauft werden.

Werfen Sie doch einen Blick auf die überaus große Auswahl Sunseeker Yachten in allen Preiskategorien bei boat24.com. Von 10.700 Euro bis 5,6 Millionen Euro ist für jeden Geldbeutel was dabei. Doch wundern Sie sich nicht, wenn Sie bei Yacht-Besichtigungen meistens einen Hinweis über der Bordbar finden: „Caution! Hier wird der Martini nur geschüttelt, nicht gerührt serviert!“ James Bond lässt grüßen.

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